22:03 21 Februar 2018
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    Sechser-Gruppe berät in Berlin über neue Sanktionen gegen Iran

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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow reist am Dienstag nach Berlin, um an einem Treffen der Sechser-Gruppe zum Iran teilzunehmen. Bei dem Treffen wird möglicherweise über neue Sanktionen gegen den Nahost-Staat diskutiert.

    MOSKAU/BERLIN, 22. Januar (RIA Novosti). Der russische Außenminister Sergej Lawrow reist am Dienstag nach Berlin, um an einem Treffen der Sechser-Gruppe zum Iran teilzunehmen. Bei dem Treffen wird möglicherweise über neue Sanktionen gegen den Nahost-Staat diskutiert.

    Wie der Sprecher des deutschen Außenamts, Martin Jäger, sagte, wird Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor dem Treffen eine Reihe von Vier-Augen-Gesprächen, unter anderem mit seinem chinesischen Amtskollegen Yang Jiechi, durchführen.

    Russland setzt sich für eine friedliche Lösung des Streits um das iranische Atomprogramm auf der Grundlage des Atomwaffensperrvertrages und der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) ein. Dabei bescheinigt Moskau Teheran das Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Das russische Außenministerium betonte wiederholt die Notwendigkeit von kollektiven Anstrengungen zur Beilegung des Atomstreites und warnte vor einseitigen Sanktionen gegen Iran.

    Zugleich ruft Moskau Teheran zur Aussetzung seines Atomprogramms auf, um weitere Verhandlungen mit der Sechser-Gruppe (Russland, USA, Großbritannien, Frankreich, China und Deutschland) zu ermöglichen. Diese Verhandlungen seien notwendig, um jeden Verdacht am iranischen Atomprogramm auszuräumen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow Ende vergangenen Jahres in einem Gespräch mit der Zeitung "Wremja Nowostej".

    Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Iran heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von dem Nahost-Staat den Verzicht auf die Urananreicherung. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits zwei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten.

    Trotzdem weigert sich die Regierung in Teheran, die Urananreicherung einzustellen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages habe Iran das Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, begründet Teheran seine ablehnende Haltung.

    Die IAEO hat unterdessen Fortschritte bei der Kooperation mit Iran zur Klärung der strittigen Fragen des iranischen Atomprogramms gemeldet. IAEO-Chef Mohammed ElBaradei sagte im vergangenen November, dass die IAEO-Inspektoren in Iran keine abweichende Nutzung von Atommaterial festgestellt hätten. Nach Angaben der US-Geheimdienste soll das iranische Militär bis Herbst 2003 an Atomwaffen gebaut haben. Danach sei das iranische Atomwaffenprogramm gestoppt worden. Teheran ließ daraufhin verlauten, es habe niemals an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet.