04:53 21 Juni 2018
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    Politologen skeptisch über erfolgreiche Wahlregistrierung von Kasjanow

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    Russlands Ex-Premier Michail Kasjanow hat Politologen zufolge kaum noch Chancen, als Präsidentschaftskandidat registriert zu werden.

    MOSKAU, 22. Januar (RIA Novosti). Russlands Ex-Premier Michail Kasjanow hat Politologen zufolge kaum noch Chancen, als Präsidentschaftskandidat registriert zu werden.

    „Früher habe ich angenommen, dass Kasjanow schon registriert wird, jetzt denke ich aber, dass das eher nicht geschieht“, sagte Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien, RIA Novosti.

    Nach seiner Ansicht hätte eine Teilnahme Kasjanows den Präsidentschaftswahlkampf „facettenreicher gemacht“. „Von Anfang an hat Kasjanow darauf gesetzt, als eine Spitzenfigur der prowestlichen und proliberalen Kräfte angesehen zu werden“, so Markow. Zugleich habe er der Vorwahlprozedur demonstrativ zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. „Als die Zentrale Wahlkommission auf die große Menge an Fälschungen in den Unterschriftenlisten für Kasjanow verwiesen hat, konnten weder er noch seine Vertrauenspersonen ausfindig gemacht werden“, stellte der Experte fest. „Es entsteht der Eindruck, dass Kasjanow kein Interesse an diesem Prozess hat.“

    Auch der Politologe Wjatscheslaw Nikonow, Präsident des Fonds Politika, teilt die Skepsis hinsichtlich Kasjanows Erfolgschancen. Um zwei Millionen Unterschriften innerhalb einer kurzen Zeit zu sammeln, „sind zwei Voraussetzungen notwendig: eine sehr gute Finanzierung und eine eigene Organisation, die fähig ist, die Unterschriften auf legitimem Weg zu sammeln“, sagte Nikonow.

    „Kasjanow hat zwar zweifelsohne Geld, er hat aber keine eigene Organisation. In diesem Fall konnte der Ex-Premier Dienste entsprechender Strukturen in Anspruch nehmen, „unter denen es eine Menge Schurken gibt: Sie bieten Datenbanken zum Verkauf an, die noch aus der vorletzten Wahlkampagne stammen“, sagte Nikonow.

    Die russische Staatsanwaltschaft leitete ein Strafverfahren wegen der Fälschung der Unterschriftenliste gegen das Wahlkampfteam von Präsidentschaftskandidat Michail Kasjanow ein.

    „Unterschriftenfälschungen sind in der Stadt Rybinsk im Wolgaland und in der Teilrepublik Mari El festgestellt worden“, teilte Tatjana Tschernyschowa, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, am Dienstag Journalisten mit.

    Nach ihren Worten handelt es sich um die Fälschung von mehr als 15 500 Unterschriften.

    Die Präsidentschaftskandidaten Michail Kasjanow und Andrej Bogdanow, deren Parteien nicht in der Staatsduma vertreten sind, mussten laut Gesetz zwei Millionen Unterschriften sammeln. Die Fehlerquote in der Unterschriftenliste darf dabei nicht mehr als fünf Prozent betragen. Die Präsidentenwahl findet in Russland am 2. März statt.