12:33 20 November 2018
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    Kostspielige Kreml-Jugend hat ausgedient - "Kommersant"

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    MOSKAU, 29. Januar (RIA Novosti). Die Jugendbewegung "Die Unsrigen" (Naschi) steht vor einer großen Umstrukturierung und wird vom Kreml nicht mehr als Föderalprojekt gefördert, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Der Ruf einer kremltreuen Jugendbewegung wird offiziell nicht aufgegeben, aber Quellen im Kreml versichern, die Bewegung werde nicht mehr als politische Komparserie eingesetzt werden.

    Von den beinahe 50 Büros der Jugendbewegung in Russland bleiben nur fünf übrig. "Die Gefahr einer 'Orange' Revolution ist vorüber, deshalb können wir uns auf andere Dinge konzentrieren. Aber wir verschwinden nicht. Wir sind einfach aus den kurzen Hosen herausgewachsen", behauptet stolz der Vorsitzende der Jugendorganisation, Nikita Borowikow - Nachfolger von Wassili Jakemenko, der zum Vorsitzenden des staatlichen Ausschusses für Jugendangelegenheiten ernannt worden war. Quellen in der Präsidialverwaltung berichten: "Eine feierliche Schließung der 'Unsrigen' wird es doch nicht geben, denn die Macht wird die Jugend nicht unbeaufsichtigt lassen."

    "Im jetzigen Wahlkampf würde man die Dienste der 'Unsrigen' sicherlich nicht in Anspruch nehmen", sagt ein Beamter in der Präsidialverwaltung, der für die Bewegung zuständig ist. Seinen Worten zufolge brauche die Partei der Macht in der jetzigen politischen Konstellation keine lärmreichen Straßendemonstrationen.

    "Putin war mit den 'Unsrigen' unzufrieden, sie verursachten Probleme mit dem Westen. Medwedew positioniert sich als ein Freund des Westens, und eine aggressive patriotische Unterstützung passt zu diesem Bild nicht gut", erläutert der Politologe Stanislaw Belkowski die Situation. "Als den 'Unsrigen' die Schengen-Visa verweigert wurden, war das wie ein Spiel mit dem Feuer, musste doch Russland eine symmetrische Antwort darauf geben. Das aber kam für Russland ungelegen. Außerdem wurden die 'Unsrigen' als eine Abwehrwaffe gegen die 'orange' Gefahr gegründet. Das heißt, als eine Organisation mit antiwestlichen Parolen, fähig, einen Platz zu füllen und eine Revolution zu verhindern. Nunmehr ist die 'orange' Angst vorbei, und da werden die 'Unsrigen' nicht mehr gebraucht."

    "'Die Unsrigen' sind ein kostspieliges Spielzeug, eigens für die Wahlen bestimmt. Es hat keinen Sinn, eine so sperrige Riesenstruktur zu finanzieren", sagt Ilja Jaschin, Anführer der Jugendabteilung von "Jabloko". "Ich denke nicht, dass das Projekt gänzlich geschlossen wird. Aber auf Eis wird es doch gelegt, damit ihm notfalls wieder das Leben eingehaucht werden kann."

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