03:43 22 Juni 2018
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    Präsident Juschtschenko: Geschichtsaufarbeitung in Ukraine nicht gegen Russland gerichtet

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    MOSKAU, 22. Februar (RIA Novosti). Die Neubetrachtung der historischen Rolle der rebellischen Unabhängigkeitskämpfer in der Ukraine ist laut Präsident Viktor Juschtschenko nicht auf eine Verschlechterung der Beziehungen zu Russland gerichtet.

    Das sagte der ukrainische Präsident in einem Interview mit RIA Novosti und den TV-Sender Russia Today.

    Die ukrainischen Behörden haben in vergangenen Jahren ihre Einstellung zu den Spitzen der nationalistischen Organisationen geändert, die in der russischen bzw. sowjetischen Geschichtsschreibung als Helfershelfer der Nazis und als Gegner der Sowjetmacht bezeichnet werden.

    Im Herbst vergangenen Jahres wurde der Oberbefehlshaber der ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), Roman Schuchewitsch, auf Präsidentenerlass mit dem Titel "Held der Ukraine" gewürdigt. Dieser Schritt hat nicht nur bei vielen Veteranen, sondern auch bei jüdischen Organisationen, die die ukrainischen Aufständischen wegen der Beteiligung an Vergeltungsoperationen beschuldigen, Protest hervorgerufen.

    "Die Ukraine hat immer unabhängig sein wollen. Im Kontext unserer ukrainischen Geschichte muss die Erinnerung an die Personen bewahrt werden, die auf die Unabhängigkeit hinarbeiteten", sagte Juschtschenko.

    Ihm zufolge hat jedes Land das Recht, die Geschichte der Entwicklung seines unabhängigen Staates "vom Ursprung her" nachzuvollziehen. Außerdem möchte er auf diese Weise die verschiedenen politischen Kräfte des Landes versöhnen, von denen die einen die Rolle der Nationalisten im Unabhängigkeitsstreben akzeptieren und die anderen sie ablehnen.

    "Ein Krieg muss nicht ein Land spalten. Wenn eine geschäftliche oder politische deutsche Delegation heute nach Moskau kommt, wird sie, wie ich glaube, mit entgegengebrachtem Brot und Salz willkommen geheißen... Trotz des Umstands, dass wir einmal gegen sie gekämpft hatten... Viel einfacher wäre es, einander die Hand zu reichen und zu sagen: Wir wollen nicht, dass die Vergangenheit uns heute regiert", sagte der ukrainische Präsident.