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    IAEO bestätigt friedlichen Charakter von Irans Atomprogramm vorerst nicht - Mehr

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    MOSKAU, 22. Februar (RIA Novosti). Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms vorerst nicht bestätigt.

    Iran habe die Transparenz seiner Atomaktivitäten zwar erhöht, doch das sei unzureichend, um deren friedlichen Charakter nachzuweisen, heißt es im neuen Iran-Bericht der IAEO nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Teheran habe es nicht geschafft, alle noch offenen strittigen Fragen innerhalb der vereinbarten Frist zu klären, die in diesem Monat abgelaufen sei, hieß es.

    In ihrem Report würdigt die IAEO, dass Teheran seit August mit der Behörde eng zusammenarbeitet und Inspektoren zu seinen Atomanlagen gelassen hat. Allerdings haben nicht alle Unklarheiten bezüglich einer möglichen militärischen Nutzung der Zentrifugen für Urananreicherung ausgeräumt werden können, was zu schärferen UN-Sanktionen führen könne.

    Iran hingegen hat den IAEO-Bericht als Bestätigung der friedlichen Ausrichtung seines Atomprogramms aufgenommen. "Der Bericht hat bestätigt, dass alle Besorgnisse um das Atomprogramm ausgeräumt sind", sagte Alaeddin Borudscheri, Chef des Parlamentsausschusses für Sicherheit und Außenpolitik, am Freitag in Teheran nach Angaben iranischer Medien. Ein weiterer Parlamentsabgeordneter, Reza Talainik, sagte der Nachrichtenagentur FARS, dass es nach dem IAEO-Bericht keine Gründe mehr für neue UN-Sanktionen gebe.

    Iran steht wegen seines Atomprogramms unter starkem Druck. Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Nahoststaat heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von ihm die Einstellung der Urananreicherung. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits zwei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten. Trotzdem weigert sich die Regierung in Teheran beharrlich, die Urananreicherung zu stoppen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags habe Iran das Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, begründet Teheran seine ablehnende Haltung.

    Ende 2007 meldete die IAEO Fortschritte bei der Kooperation mit Iran zur Klärung der strittigen Fragen des iranischen Atomprogramms. Laut IAEO-Chef ElBaradei hatten die IAEO-Inspektoren bei ihrem Einsatz in Iran keine abweichende Nutzung von Atommaterial festgestellt. Nach einem Ende vergangenen Jahres in Washington veröffentlichten Bericht der US-Geheimdienste soll das iranische Militär bis Herbst 2003 an Atomwaffen gebaut haben. Danach sei das iranische Atomwaffenprogramm eingestellt worden.

    Trotzdem vereinbarten die fünf UN-Vetomächte (Russland, USA, Großbritannien, Frankreich und China) und Deutschland am 22. Januar in Berlin den Entwurf einer neuen Resolution, die Iran weiter unter Druck setzen soll.

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