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    Kosovo-Fall: EU lehnt Anerkennung Abchasiens und Südossetiens ab

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    Seine Beunruhigung über die Absicht einiger Länder, die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien anzuerkennen, hat jetzt die Europäische Union geäußert.

    BRÜSSEL, 11. März (RIA Novosti). Seine Beunruhigung über die Absicht einiger Länder, die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien anzuerkennen, hat jetzt die Europäische Union geäußert.

    "Wie der Außenminister des EU-Vorsitzlandes Slowenien, Dmitri Rupel, betonte, ist jeder Vergleich zwischen der Situation in einigen Regionen Georgiens und dem Kosovo unannehmbar, weil das Kosovo-Problem einmalig (sui generis) ist", heißt es in einer Mitteilung des EU-Vorsitzlandes.

    Zuvor hatten sich Abchasien und Südossetien an die UNO, die EU, die OSZE und alle Länder der Welt mit dem Aufruf gewandt, ihre zuvor selbst proklamierte Unabhängigkeit anzuerkennen.

    Die Situation mit den beiden abtrünnigen georgischen Territorien war am Vortag von den 27 EU-Außenminister in Brüssel erörtert worden, die allerdings keine gemeinsame Erklärung dazu annahmen.

    Wie der EU-Außenbeuftragte Javier Solana nach Abschluss der Diskussion sagte, unterstützt die Brüssel Georgiens Präsident Michail Saakaschwili. "Wir müssen die Schritte von Präsident Saakaschwili unterstützen und uns um eine Annäherung Georgiens an die Europäische Union bemühen", sagte Solana.

    "Die Europäer, die sich für die territoriale Integrität Georgiens einsetzen, können im Interesse einer stärkeren Unterstützung dieser Republik eine visumsfreie Einreise für die georgischen Staatsbürger in die EU-Länder beschließen sowie vorschlagen, ein Freihandelsabkommen mit Georgien zu schließen", hieß es in einem Kommentar des belgischen Fernsehsenders RTBF. Um aber Russland nicht zusätzlich zu provozieren, "äußerten sich mehrere europäische Länder gegen einen Nato-Beitritt Georgiens".

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte das georgische Autonomiegebiet Abchasien seine Unabhängigkeit verkündet. Tiflis entsandte 1992 seine Truppen nach Abchasien, die aber auf einen bewaffneten Widerstand stießen.

    Infolge des bewaffneten Konflikts, der am 30. August 1993 zu Ende ging, verlor Georgien seine Kontrolle über Abchasien. Seitdem bemüht sich Abchasien um eine Anerkennung seiner Unabhängigkeit, während Tiflis der abtrünnigen Region nur umfassende Autonomierechte einräumen will.

    Südossetien hatte zu Sowjetzeiten den Status eines autonomen Gebiets in Georgien. 1991 schaffte der erste georgische Präsident Swiad Gamssachrudia diese Autonomie ab, was einen bewaffneten Konflikt auslöste. Als Ergebnis des Konflikts verlor Tiflis 1992 seine Kontrolle über Südossetien.

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