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    Südossetien hat mehr Rechte auf internationale Anerkennung als das Kosovo

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    MOSKAU, 13. März (RIA Novosti). Der nicht anerkannte Südkaukasus-Staat Südossetien hat nach Worten des stellvertretenden Parlamentschefs Juri Dsizzojty mehr rechtspolitische Gründe, anerkannt zu werden, als das Kosovo.

    Südossetien, das völkerrechtlich als Teil Georgiens gilt, habe bereits am 29. Mai 1992 auf der Grundlage eines Referendums seine Unabhängigkeit ausgerufen, sagte Dsizzojty. Das sei nämlich vor der internationalen Anerkennung Georgiens und vor dessen UNO-Aufnahme passiert, betonte Dsizzojty am Donnerstag auf einer Anhörung in der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments).

    Das Kosovo hingegen habe die Unabhängigkeit von Serbien erklärt, als dieses bereits ein international anerkannter Staat war, sagte er. Deshalb habe Südossetien mehr Recht, international anerkannt zu werden.

    Der Kosovo-Fall sei nach Ansicht von westlichen Staaten "einmalig", weil die Kosovo-Albaner dem Genozid der jugoslawischen Behörden zum Opfer gefallen seien, sagte Dsizzojty. Doch das ossetische Volk sei im vergangenen Jahrhundert zweimal dem georgischen Genozid zum Opfer gefallen, dennoch verweigern ihm die westlichen Staaten die Anerkennung, betonte der Parlamentarier. Deshalb sei Südossetien ebenso wie die beiden anderen nicht anerkannten Republiken im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, Abchasien und Transnistrien, ein Paradebeispiel für die Anwendung von Doppelstandards in der internationalen Politik.

    Südossetien gehörte zu Sowjetzeiten als Autonomes Gebiet zu Georgien. Nach der Unabhängigkeit Georgiens 1991 entzog der erste georgische Präsident, Swiad Gamsachurdija, Südossetien den Autonomiestatus. Daraufhin erklärte sich die Republik für staatlich unabhängig. Nach einem bewaffneten Konflikt, der 1992 beendet wurde, verlor Georgien endgültig die Kontrolle über Südossetien. Bislang sichert ein aus russischen, georgischen und nordossetischen Soldaten bestehendes Friedenskontingent die Einhaltung des Waffenstillstandes.

    Das Kosovo hatte am 17. Februar die Unabhängigkeit von Serbien erklärt und wurde von den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und anderen Staaten anerkannt. Daraufhin ersuchten die Parlamente von Abchasien und Südossetien (beide in Georgien) Anfang März Russland, die UNO und andere internationale Organisationen um die offizielle Anerkennung.

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