23:07 22 Oktober 2017
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    Künstliche Paranoia in Tschechien gegenüber Russland geschürt - "RBC daily"

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    MOSKAU, 19. März (RIA Novosti). Am gestrigen Dienstag ist bekannt geworden, dass die tschechische Regierung die Personalstärke des Aufklärungsdienstes wegen einer von Russland ausgehenden Gefahr erhöhen will, berichtet die russische Zeitung „RBC daily“ am Mittwoch.

    Experten sind über den Beschluss Prags verwundert, zeigt er doch die Absicht, seinen Energiesektor vor Angriffen seines größten Öl- und Gaslieferanten zu schützen.

    Die osteuropäische Hysterie wegen der "russischen Aggressoren" und die von der "sowjetischen Okkupation" herrührenden Komplexe sind alles andere als neu. Aber wenn die tschechische Bevölkerung diesmal von der "Aggressivität" Russlands überzeugt sein wird, kann das helfen, einige im Lande unpopuläre Projekte voranzubringen, beispielsweise die Aufstellung des US-Raketenabwehrsystems.

    Die Zahl der Aufklärer soll insgesamt um einige Dutzend Mitarbeiter vergrößert werden. Es ist nicht ganz verständlich, wie eine so bescheidene Erweiterung zur Absicherung des Landes gegen eine "Gefahr aus dem Osten" beitragen kann.

    Moskau hat die Anschuldigungen, den "Energieknüppel" zu nutzen, immer abgelehnt, und in Wirklichkeit können die europäischen Staaten den russischen Energieunternehmen wohl kaum vorwerfen, die Bedingungen der Öl- und Gaslieferungen nicht erfüllt zu haben. Zwar wird die Befreiung von der Energieabhängigkeit von Russland und der Schaffung neuer Routen für die Öl- und Gaslieferungen in Umgehung Russlands ständig bei zahlreichen Gipfel- und Energieministertreffen der Europäischen Union erörtert, aber reale Gründe zur Besorgnis lagen bisher nicht vor.

    Experten betonen, dass der Beschluss der tschechischen Regierung eindeutig der Logik widerspricht. "Ich sehe überhaupt keinen Zusammenhang zwischen dem, dass Russland angeblich seine 'Energiemuskeln' spielen lässt, und der Aktivität der tschechischen Aufklärung. Gewisse Leute haben eine zu stark entwickelte Phantasie", sagte Zdzislaw Lachowski vom Internationalen Institut für Friedensforschung in Stockholm.

    Mehr noch: der Vertrag zwischen dem tschechischen Unternehmen Transgas und Gazprom über Energielieferungen war mit einer Laufzeit bis 2035 unterzeichnet worden. Meinungsverschiedenheiten zwischen Moskau und Prag wegen der US-amerikanischen Radarstation wurden von Moskau niemals mit Fragen der Energielieferungen nach Tschechien in Zusammenhang gebracht.

    "Die osteuropäischen Staaten leiden an einer gewissen künstlich hochgetriebenen Paranoia in Bezug auf Moskau, die keine rationale Erklärung hat. Das Dokument aber soll die feindseligen Stimmungen der tschechischen Bevölkerung gegenüber Russland steigern, damit sich für die Bevölkerung wenig verständliche Projekte, wie etwa die amerikanische Radarstation, leichter realisieren lassen", so Sergej Michejew, stellvertretender Direktor des Zentrums für politische Technologien.