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    Haager Tribunal beginnt Prozess gegen serbische Ex-Geheimdienstler

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    DEN HAAG, 11. April (RIA Novosti). Am Montag beginnt im UN-Tribunal über Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) der Gerichtsprozess gegen den serbischen und jugoslawischen Geheimdienstmitarbeiter Jovica Stanisic und den Chef der serbischen Geheimpolizei Franko Simatovic.

    Zuvor war der Prozess wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Stanisic mehrmals verschoben worden.

    Stanisic und Simatovic werden wegen Verbrechen gegen die Menschheit und der Verletzung der Kriegsgesetze und -gebräuche angeklagt.

    Stanisic war von Dezember 1991 bis Oktober 1998 Chef des staatlichen Sicherheitsdienstes des serbischen Innenministeriums. Simatovic war in den 90er Jahren Befehlshaber der Unterabteilung für Sonderoperationen des staatlichen Sicherheitsdienstes.

    Den Angeklagten wird die Beteiligung an einer gemeinsamen kriminellen Organisation vorgeworfen, die zum Ziel hatte, den Großteil der Kroaten und bosnischen Moslems aus Kroatien sowie aus Bosnien und Herzegowina zu vertreiben.

    Zudem werden sie beschuldigt, serbische Geheimkommandos formiert zu haben, die Kroaten und bosnische Moslems verfolgt, deportiert und umgebracht haben.

    Stanisic und Simatovic weisen alle Anschuldigungen zurück.

    Ein holländischer Psychiater, der Stanisic Anfang des Monats untersuchte, äußerte, dieser könne aufgrund einer starken Depression im Laufe der kommenden drei bis sechs Monate nicht an den Gerichtsverhandlungen teilnehmen.

    Diese Woche befand der Gerichtshof jedoch, Stanisic sei in der Lage, dem Prozess beizuwohnen. Der Angeklagte soll vom UN-Gefängnis in Den Haag aus die Gerichtsverhandlungen auf dem Bildschirm verfolgen können und in ständiger telefonischer Verbindung zu seinen Anwälte stehen. Dem Gerichtshof zufolge ist das jedoch nur eine vorübergehende Lösung, bis der Angeklagte in der Lage ist, dem Prozesss persönlich beizuwohnen.

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