19:54 18 Oktober 2018
SNA Radio
    Politik

    Russland gegen Annahme von UNESCO-Deklaration über verschleppte Kunstschätze

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 11. April (RIA Novosti). Russland tritt gegen eine Annahme der UNESCO-Deklaration über verschleppte Kunstschätze auf. Das sagte der ständige Vertreter Russlands bei dieser Organisation, Wladimir Kalamanow, in einem Interview für RIA Novosti.

    Das Dokument sieht die Bestimmung verschiedener völkerrechtlicher Aspekte vor, die mit der Auffindung von Kunstwerten zusammenhängen, die im Zweiten Weltkrieg verschleppt wurden, sowie die Bedingungen und Verfahren für deren Rückgabe.

    Gegenwärtig werden Fragen der Rückgabe von Kunstschätzen zwischen Russland und anderen Ländern durch bilaterale Abkommen geregelt.

    In Paris findet am Freitag die 179. Tagung des Exekutivrates der UNESCO statt, auf der der Deklarationsentwurf besprochen wird.

    Kalamanow zufolge wurde bereits im Jahr 2000 vorgeschlagen, diese Deklaration anzunehmen.

    Er betonte jedoch, dass dieses Dokument keine Zukunft hätte, da bilaterale Abkommen viel effektiver seien.

    „Aus irgendeinem Grund geht es nur um die Rückgabe von Wertgegenständen, die im Zweiten Wektkrieg verschleppt wurden. Es gibt keine Bestimmung der Aggressoren, der Opfer der Aggression und so weiter. Das sind Schlüsselpositionen. Für unser Land ist das unannehmbar“, sagte er.

    Außer Russland seien zudem Japan, Polen und eine Reihe der Länder der dritten Welt gegen eine solche Deklaration, die auch im Falle ihrer Annahme lediglich Empfehlungscharakter hätte. Deutschland und Ungarn seien die größten Befürworter eines solchen Dokumentes.

    Im Zweiten Weltkrieg (russ. Großer Vaterländischer Krieg) waren auf dem Territorium der UdSSR rund 160 Museen und 4000 Bibliotheken in Mitleidenschaft gezogen worden.

    Von 1945 bis 1946 wurde ein wesentlicher Teil der historischen Kunstschätze als Kompensation für den Schaden, der dem Kulturgut der Sowjetunion zugefügt wurde,

    aus Deutschland ausgeführt. Dies fand im Einklang mit einem Abkommen zwischen den Siegerländern des Zweiten Weltkriegs statt.

    1955 bis 1960 hat die Sowjetunion den Großteil der Kunstschätze, die in den ersten Nachkriegsjahren aus Deutschland, Polen und Ungarn ausgeführt wurden, zurückgegeben. Allein die DDR erhielt rund 1,5 Millionen Museumsstücke.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren