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    Russlands Gerichtspsychiater wollen Selbstmordrisiko unter Minderjährigen senken

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    Eine harmonische Familienerziehung und ein spezielles Staatsprogramm könnten das Selbstmordrisiko unter Minderjährigen in Russland verringern. Diese Auffassung vertrat der Chef der Abteilung Sozialprobleme der psychischen Gesundheit des Staatlichen Forschungszentrums für Sozial- und Gerichtspsychiatrie „Serbski“, Boris Poloschij, am Dienstag auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

    MOSKAU, 20. Mai (RIA Novosti). Eine harmonische Familienerziehung und ein spezielles Staatsprogramm könnten das Selbstmordrisiko unter Minderjährigen in Russland verringern. Diese Auffassung vertrat der Chef der Abteilung Sozialprobleme der psychischen Gesundheit des Staatlichen Forschungszentrums für Sozial- und Gerichtspsychiatrie „Serbski“, Boris Poloschij, am Dienstag auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

    Dem Experten zufolge ist es notwendig, ein nationales Programm zur Vorbeugung gegen Selbstmord aufzustellen und das Hilfssystem für Selbstmordgefährdete zu reformieren.

    Seit 1990 liegt Russland weltweit an zweiter Stelle bei der Suizidhäufigkeit. In den zurückliegenden 15 Jahren sind von Kindern und Minderjährigen jährlich rund 2000 Selbstmorde begangen worden. In Russland werden 38 Suizidfälle je 100 000 Jugendliche (zwischen 15 und 19 Jahren) gegenüber weltweit zehn Suizidfällen registriert.

    Laut Poloschij begehen Jungen vier- bis fünfmal so oft Selbstmord wie Mädchen. Dabei wird bei Mädchen das Dreifache der Selbstmordversuche gegenüber Jungen registriert.

    Nach Angaben des Experten stammen 40 Prozent der Selbstmordgefährdeten aus unvollständigen und sozial unsicheren Familien. Als Selbstmordursache werden neben familiären Konflikten (falsche Erziehung und Alkoholmissbruch durch Eltern) auch Probleme in den Beziehungen zu Altersgenossen sowie Konflikte in Liebesbeziehungen, auch wegen ungewünschter Schwangerschaft und Geschlechtskrankheit, angegeben.

    Laut Poloschij versuchen Kinder in 46,9 Prozent der Fälle aus familiären Gründen und in 13,6 Prozent der Fälle wegen Konflikten mit Altersgenossen und aus Liebesgründen einen Selbstmord.

    Dem Experten zufolge ist die gestiegene Suizidziffer in Russland auf den Verlust der sozialen Geschlossenheit, die wirtschaftliche Instabilität in der Gesellschaft, die zerstörte traditionelle Familienkultur und auf die zunehmende Zahl von depressiven Störungen zurückzuführen.

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