11:20 15 Dezember 2018
SNA Radio
    Politik

    Schwarzmeerhafen Sewastopol muss Russland gehören - Umfrage

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 11

    Russlands Bürger unterstützen die Erklärung des Moskauer Oberbürgermeisters Juri Luschkow, dass die Schwarzmeerstadt Sewastopol Russland gehören muss. Das ergab eine Umfrage, deren Ergebnisse das russische Meinungsforschungszentrum WZIOM RIA Novosti zur Verfügung stellte.

    MOSKAU, 23. Mai (RIA Novosti). Russlands Bürger unterstützen die Erklärung des Moskauer Oberbürgermeisters Juri Luschkow, dass die Schwarzmeerstadt Sewastopol Russland gehören muss. Das ergab eine Umfrage, deren Ergebnisse das russische Meinungsforschungszentrum WZIOM RIA Novosti zur Verfügung stellte.

    Am 11. Mai erklärte Luschkow während der Feierlichkeiten anlässlich des 225. Jahrestages der russischen Schwarzmeerflotte, dass Sewastopol eine alte russische Stadt sei und Russland gehören müsse. Daraufhin haben die ukrainischen Behörden ihm die weitere Einreise in die Ukraine verboten.

    Hier die Ergebnisse der Umfrage, die am 17. und 18. Mai durchgeführt wurde.

    68 Prozent der Einwohner Russlands sind überzeugt, dass Sewastopol Russland gehören muss. Nur fünf Prozent der Befragten halten es für rechtmäßig, dass die Stadt im Bestand der Ukraine bleibt. Weitere 27 Prozent der Respondenten konnten die Frage nicht eindeutig beantworten.

    Mehr als die Hälfte der Bürger, die Sewastopol als russische Stadt sehen wollen, begründen ihre Haltung mit der historischen Zugehörigkeit der Stadt zu Russland (56 Prozent).

    Weitere 7 Prozent belegten ihren Standpunkt damit, dass dies eine strategisch wichtige Stadt ist, in der die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist und die Russland den Zugang zum Schwarzen Meer ermöglicht.

    6 Prozent der Befragten stellten fest, dass Sewastopol eine Stadt des russischen Soldatenruhms ist. Weitere Meinungen sind: Die Einwohner von Sewastopol wollen in Russland leben, für diese Stadt haben die Russen viel geleistet (je 2 Prozent).

    Die Hauptargumente der Befragten, die gegen die Rückgabe der Stadt an Russland sind: Sewastopol befindet sich auf ukrainischem Territorium (31 Prozent), es gibt einen Vertrag, wonach die Stadt den Ukrainern gehört (17 Prozent).

    Die Befragten stellten auch fest, dass die Stadt historisch der Ukraine gehört hatte und dass im Falle ihrer Übergabe an Russland Konflikte mit diesem Land entstehen können (8 beziehungsweise 10 Prozent).

    Für völlig richtig halten die Erklärung von Luschkow 41 Prozent der Russen (in Moskau und Sankt Petersburg je 55 Prozent).

    19 Prozent denken jedoch, dass, obwohl der Moskauer Oberbürgermeister im Großen und Ganzen Recht hat, es gegenwärtig verfrüht wäre, das Problem der Staatszugehörigkeit von Sewastopol zuzuspitzen, es wäre besser, dies zu einer anderen Zeit und unter anderen Umständen zu tun.

    Andere Einschätzungen der Erklärung des OB kommen seltener vor. Für sieben Prozent der Befragten wird ein Streit um die Staatszugehörigkeit der Hafenstadt nichts ergeben, wenn auch die historische Wahrheit auf Luschkows Seite ist, deshalb müsse die Stadt endgültig als ukrainisches Territorium anerkannt werden.

    Weitere fünf Prozent sind der Meinung, dass Russland Sewastopol nicht so sehr braucht und die Frage nach der Staatszugehörigkeit der Stadt lediglich dann aufwerfen sollte, wenn auf die Ukraine Druck ausgeübt werden müsse (so im Streit um die Gaspreise).

    Nur drei Prozent der Bürger Russlands beurteilen die Erklärung als eine gefährliche Provokation, die keine historische bzw. juristische Grundlage hat.

    Anders verteilen sich die Stimmen, wenn die Frage als Alternative aufgeworfen wird: entweder gute Beziehungen zur Ukraine oder Aufnahme von Sewastopol in den Bestand Russlands. Bei einer solchen Fragestellung sagt nur jeder Dritte (31 Prozent), dass es wichtig ist, Sewastopol an Russland zurückzugeben, selbst wenn das zur Verschlechterung der Beziehungen zu dem Nachbarstaat führen sollte.

    Jeder Fünfte (21 Prozent) äußerte, dass Russland die Frage nach der Staatszugehörigkeit der Schwarzmeerstadt nur dann aufwerfen sollte, wenn die Ukraine beschließt, der Nato beizutreten. Für 18 Prozent dagegen sind die gutnachbarlichen Beziehungen zur Ukraine wichtiger.

    Die WZIOM-Umfrage wurde am 17. und 18. Mai in 153 Ortschaften von 46 Gebieten, Regionen und Republiken Russlands durchgeführt. Der statistische Fehler liegt bei höchstens 3,4 Prozent.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren