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    Russland im Vorteil nach Polens Nein zu US-Raketenabwehr - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 07. Juli (RIA Novosti). Warschau und Washington haben keine Einigung bei den Verhandlungen über die Aufstellung von zehn Abfangraketen des US-Raketenabwehrsystems (ABM-System) erzielen können, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Montag.

    Das bedeutet, dass Russland seinen scheinbar schon hoffnungslos verlorenen Kampf gegen das Raketenabwehrsystem in Osteuropa fortsetzen kann.

    Der polnische Regierungschef Donald Tusk ist der erste bedeutende Politiker in der postsowjetischen Zeit, der seine Besorgnis über die Folgen der Stationierung von ABM-Objekten offen geäußert hat. Das höfliche Nein ist wahrscheinlich ein abermaliges Manöver der polnischen Führung, um den USA größtmögliche militärische und ökonomische Dividenden für ihre Zustimmung abzupressen.

    Aber die Ablehnung kam kurz vor dem Machtwechsel in Washington und nach Beginn des US-Finanzjahres. Im Ergebnis kann die Frage nach der Stationierung der US-Raketen bis Beginn 2009 in der Schwebe bleiben und um bis zu 1,5 Jahre gegenüber dem geplanten Zeitraum von 2011 bis 2012 verschoben werden.

    Die gegenwärtige Situation um die US-Raketenabwehr und die gleichzeitige Verschärfung der Lage im Nahen Osten (Israel hat den USA warnend erklärt, bei fehlenden Fortschritten im Atomstreit mit Iran in den nächsten Monaten eigenständig zu handeln) erlauben es Moskau, nicht nur weiter gegen das ABM-System aufzutreten, sondern auch das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Russland könnte alternative Stationierungsorte der Raketenabwehr, die näher zu den potentiellen Gefahrenherden liegen, vorschlagen: in der Türkei und Südosteuropa.

    Außerdem könnte Moskau von Teheran schärfer fordern, die Entwicklung ballistischer Raketen mit einer Reichweite von 5000 bis 6000 Kilometer einzustellen, die es laut Experten in vier Jahren geben könnte und fähig sein würden, Ziele nicht nur in Europa und Israel, sondern auch in Russland zu treffen.

    Russische Experten sind davon überzeugt, dass Iran in den nächsten vier bis fünf Jahren außerstande ist, gegen Israel einen effektiven Angriff zu führen. Gemeinsam mit den USA muss Russland davon Tel Aviv überzeugen. Auch davon, dass eine Wiederholung der Erfahrungen von 1982, als Israels Luftstreitkräfte den irakischen Atomanlagen einen Schlag versetzten, heute höchst schwere, möglicherweise katastrophale Folgen für die Welt haben könnte.

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