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    Abchasiens Außenminister: Georgien und EU wollen russische Friedenstruppe verdrängen

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    Die jüngsten Bombenanschläge in Abchasien hat der Außenminister der von Georgien abtrünnigen Republik Abchasien, Sergej Schamba, als georgischen Versuch bezeichnet, die russischen Friedenssoldaten aus der Region zu verdrängen.

    MOSKAU, 7. Juni (RIA Novosti). Die jüngsten Bombenanschläge in Abchasien hat der Außenminister der von Georgien abtrünnigen Republik Abchasien, Sergej Schamba, als georgischen Versuch bezeichnet, die russischen Friedenssoldaten aus der Region zu verdrängen.

    "Wir haben keinen Zweifel daran, dass die georgische Seite hinter dem jüngsten Anschlag in Gali steckt... Nach meiner Auffassung hängen diese Anschläge mit anderen Ereignissen zusammen, die auf die Verdrängung der russischen Friedenssoldaten und die Umgestaltung des geltenden Mandats abzielen", so Schamba am Montag gegenüber RIA Novosti.

    "Ihr Ziel besteht darin, zu zeigen, dass die russischen Friedensoldaten ihren Pflichten nicht gewachsen sind und die Friedensmission unter dem UNO-Dach sich nicht bewährt hat", hieß es.

    Laut Schamba versucht die EU, die russische Friedenstruppe durch eigene Polizeikräfte nach Kosovo-Vorbild zu ersetzen.

    "Kaum hat Russland die Wirtschaftssanktionen gegen Abchasien aufgehoben, werfen viele EU-Vertreter, die zu uns kommen, der russischen Friedentruppe Versagen vor. Deshalb wollen sie die UN-Mission in Abchasien durch eine EU-Polizeimission wie im Kosovo ersetzen", hieß es.

    Schamba hat aber Medienberichte dementiert, nach denen Abchasien mit Blick auf die jüngsten Anschläge alle Kontakte zu Georgien abbrechen wolle.

    In der an Georgien angrenzenden Stadt Gali explodierte am späten Sonntagabend in einem Café eine Sprengladung. Dabei kamen vier Personen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Bei den Toten handelt es sich um den örtlichen Staatssicherheitschef, einen UN-Dolmetscher, einen Angehörigen des Grenzschutzdienstes Abchasiens sowie eine Ortsbewohnerin.

    Eine Woche zuvor wurden sechs Menschen bei zwei Explosionen auf dem Zentralmarkt der abchasischen Hauptstadt Suchumi verletzt. Sechs Verletzte gab es auch bei zwei Anschlägen in der Kurstadt Gagry.

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte sich Abchasien 1991 für unabhängig von Georgien erklärt. Im August 1992 schickte Tiflis Truppen nach Abchasien, die aber auf einen erbitterten bewaffneten Widerstand stießen. Georgien konnte die Kontrolle über Abchasien nicht wieder erlangen. Seit dem Ende der Kampfhandlungen am 30. August 1993 kontrolliert eine Friedenstruppe die Lage im Konfliktgebiet.

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