04:01 19 August 2017
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    Tschechen wollen kein Abwehrradar - Steckt Militärlobby hinter US-Plänen?

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    MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Die Mehrheit der Tschechen ist nach wie vor gegen die geplante Errichtung einer US-Radaranlage in ihrem Land. Dies ergab eine Umfrage im Auftrag der Regierung.

    Russische Experten mutmaßen, dass Lobbygruppen der Rüstungsindustrie hinter den US-Plänen stecken.

    In Prag sind am Mittwoch Ergebnisse einer im Regierungsauftrag durchgeführten Umfrage der Forschungsanstalt STEM veröffentlicht worden:

    Demnach sind 44 Prozent der Befragten gegen das US-Radar in Tschechien, 35 Prozent sind dafür.

    Der Radarvertrag wurde am 8. Juli von der US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihrem tschechischen Amtskollegen Karel Schwarzenberg unterzeichnet.

    Russische Experten bezweifeln unterdessen die militärische Zweckmäßigkeit der US-Raketenpläne in Osteuropa. Iran ist kaum imstande, Raketen für eine reale Gefährdung der USA zu entwickeln, so Alexander Chramtschichin, Ressortchef am Institut für politische und militärische Analysen.

    "Man kann vermuten, dass diese Maßnahmen auf Lobbybemühungen des Pentagons und der US-Kriegsindustrie zurückzuführen sind. Sie wollen sich somit Aufträge sichern. Dort hat man sich an riesige Militärhaushalte gewöhnt und will sie unter keinen Umständen verlieren", so Chramtschichin am Mittwoch auf einer RIA-Novosti-Pressekonferenz.

    Der Ressortchef für Abrüstung und Konfliktregelung am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der russischen Akademie der Wissenschaften, Alexander Pikajew, hat eine unkonventionelle Antwort auf die US-Raketenpläne vorgeschlagen.

    "Würden russische Verbraucher aus Protest gegen die US-Radaranlage auf tschechisches Bier verzichten, so würde das eine wirksamere Antwort sein, als etwa Einschränkungen der Öllieferungen oder Protestnoten des russischen Außenministeriums", so Pikajew.