13:17 22 August 2017
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    Skandalöses Benehmen von Gaddafis Sohn trübt Beziehungen Libyens zur Schweiz

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    GENF, 23. Juli (RIA Novosti). Die Festnahme des Sohnes des libyschen Staatschefs und der Ehefrau des Sohnes in der vergangenen Woche in Genf hat einen diplomatischen Skandal zwischen Libyen und der Schweiz ausgelöst.

    Der Präsidentensohn wurde im Hotel President Wilson festgenommen, wo er und seine hochschwangere Frau seit dem 5. Juli wohnten.

    Die Genfer Staatsanwaltschaft beschuldigt das Paar, eine Hotelmitarbeiterin verprügelt zu haben. Gaddafi verbrachte zwei Nächte in einer Einzelzelle des Genfer Justizpalastes und seine Frau in einem Krankenhaus der Stadt.

    Am Donnerstag wurden sie gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von einer halben Million Schweizer Franken (313 000 Euro) freigelassen.

    Am Mittwoch teilte der Pressesprecher des föderalen Departements für auswärtige Angelegenheiten der Schweiz Jean-Philippe Jeanneret mit, die libyschen Behörden hätten ihren Bevollmächtigten aus Bern abberufen und die Visa-Ausgabe für Schweizer Bürger eingestellt.

    In der libyschen Botschaft in Bern blieb nur das technische Personal zurück, sagte der Sprecher.

    Ihm zufolge musste die libysche Botschafterin, Micheline Calmy-Rey, ihren Urlaub unterbrechen und nach Bern zurückkehren. Sie habe veranlasst, eine Delegation für die Erörterung des Konfliktes nach Tripolis zu entsenden.

    Zugleich befinden sich laut den Angaben von Schweizer Medien zwei Bürger der Schweiz seit Samstag in Libyen unter Arrest. Außerdem sei der Luftverkehr zwischen beiden Ländern eingeschränkt und die Vertretungen einiger Schweizer Unternehmen geschlossen worden.

    Diese Maßnahmen, die Tripolis als Antwort auf die Festnahme Gaddafis und seiner Frau traf, haben die Schweizer Behörden ernsthaft beunruhigt. Das Außenamt in Genf hat in diesem Zusammenhang in einer Erklärung seine Besorgnis geäußert.

    "Das Außenamt hat eine spezielle Arbeitsgruppe für die Vorbeugung einer Krise in den bilateralen Beziehungen gegründet. Den Schweizer Bürgern wird vorerst empfohlen, auf Reisen nach Libyen zu verzichten", steht in dem Dokument.

    Die Kläger im Fall Gaddafi, eine Tunesierin und ein Marokkaner, betonen, dass Gaddafi begonnen habe, das Zimmermädchen zu schlagen. Ihnen zufolge habe er dazu einen Gürtel und Kleiderbügel benutzt. Laut Angaben der Schweizer Medien wurde die Hotelmitarbeiterin danach in ein Krankenhaus gebracht.

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