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    Hungersnot der 1930er Jahre: Ukraine veröffentlicht Liste der Schuldigen

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    KIEW, 23. Juli (RIA Novosti). Der ukrainische Sicherheitsdienst hat die erste Liste sowjetischer Beamter veröffentlicht, die nach Meinung der Behörde für die Organisation der Hungersnot in den Jahren 1932 und 1933 in der Ukraine mit verantwortlich sind.

    Die Namensliste, die auf der Grundlage von Archivmaterialien des Geheimdienstes zusammengestellt und auf dessen Webseite veröffentlicht wurde, umfasst 18 Personen.

    Das sind der Chef der ukrainischen GPU (Politische Hauptverwaltung des Volkskommissariates für Inneres), Stanislaw Redens, seine Stellvertreter Karl Karlson und Choma Leonjuk, der Chef der Statistikabteilung der GPU, Michail Bukschpan, die leitenden Mitarbeiter der Charkower Gebietsabteilung der GPU Michail Timofejew und Sinowi Kaznelson, der stellvertretende Chef der Odessaer Gebietsabteilung der GPU Jakow Kaminski etc..

    Laut dem ukrainischen Sicherheitsdienst war die Hungersnot „die Folge geplanter verbrecherischer Handlungen des totalitären kommunistischen Regimes“.

    „Die Dokumente bestätigen anschaulich, dass die Leitung der Straforgane (Vereinte GPU der UdSSR und GPU der Ukraine) während des Hunger-Genozides in den Jahren 1932 und 1933 in Erfüllung der Verfügungen des Politbüros des ZK der Gesamtrussischen Kommunistischen Partei der Bolschewiki/ WKP(b) (I. Stalin, W. Molotow, L. Kaganowitsch, K. Woroschilow und andere) operative Befehle und andere Normativdokumente über repressive Massenoperationen gegen ‚Kulaken’, ‚Saboteure’, ‚Hamsterer und Schieber’ und andere ‚konterrevolutionäre Elemente’ erlassen hat, um das ukrainische Dorf zu bezähmen und den Hunger zu provozieren, der das ukrainische Volk Millionen von Menschenleben kostete“, heißt es in der Mitteilung.

    Die veröffentlichte Liste bildet den Auftakt zu einem neuen Projekt des ukrainischen Sicherheitsdienstes auf der Grundlage von Archivdokumenten.

    Die Behörde ruft Wissenschaftler, Rechtsexperten und andere Fachleute auf, dem Projekt beizutreten, um die Handlungen der Organisatoren und Schuldigen an der Hungersnot in der Ukraine einzuschätzen.

    Nach Behauptung der ukrainischen Behörden war die Hungerskatastrophe von Anfang der 1930er Jahre ein Genozid gegen das ukrainische Volk.

    Der ukrainische Geheimdienst hat alle ihm vorliegenden Archivdokumente zu dieser Thematik offengelegt. Die Behörde brachte erstmals im Jahre 2006 solche Belege in Originalform und als elektronische Version an die Öffentlichkeit. Solche Materialien beinhaltet auch die wissenschaftliche Dokumentation „Freigegebenes Gedächtnis. Dokumente der GPU-NKWD über die Hungersnot in den Jahren 1932 und 1933 in der Ukraine“. Eine elektronische Version des Buches ist auf der Webseite des Geheimdienstes einsehbar.

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