04:22 16 Dezember 2017
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    Südossetien: Regierung führt Sondersitzung zur Zuspitzung in Konfliktzone durch

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    MOSKAU, 02. August (RIA Novosti). Südossetiens Truppen sind in erhöhte Gefechtsbereitschaft versetzt, eine allgemeine Mobilmachung der Bevölkerung ist jedoch nicht erfolgt.

    Dies teilte der Innenminister der nichtanerkannten Republik Südossetien (auf georgischem Territorium), Michail Mindsajew, RIA Novosti in einem Telefongespräch mit.

    In der Nacht zum Samstag sind nach vorläufigen Angaben beim Schusswechsel in der georgisch-südossetischen Konfliktzone sechs Bürger Südossetiens getötet und 15 verletzt worden. Wie der Berater des Befehlshabers der Gemischten Friedenskräfte, Wladimir Iwanow, RIA Novosti am Samstag mitteilte, wurde der Schusswechsel von der georgischen Seite provoziert.

    Am Samstag fand eine Sondersitzung der südossetischen Regierung unter dem Vorsitz des Premiers Juri Morosow statt.

    "In der Sitzung wurde nicht nur die mögliche Mobilmachung besprochen, sondern auch Fragen der Gewährleistung der Sicherheit für die Bevölkerung. Sollte Georgien auch weiterhin solche provokatorische Handlungen unternehmen, wird unsere Republik mit allen vorhandenen Kräften darauf antworten. Es reicht schon, eine Hinhaltepolitik zu spielen: Sie kann erst dann zu einem Erfolg führen, wenn man es mit normalen und nicht mit psychisch labilen Menschen zu tun hat. Derartige Schritte der georgischen Führung und Michail Saakaschwilis selbst können nicht nur dem eigenen Volk, sondern auch anderen Republiken Transkaukasiens schaden", sagte der Innenminister.

    Mindsajew zufolge ist die Situation in Südossetien gegenwärtig stabil, doch es wird eine Umgruppierung der georgischen Truppe entlang der Grenze und in der georgisch-südossetischen Konfliktzone beobachtet. "Deshalb fällt es jetzt schwer, Prognosen über den weiteren Verlauf des heutigen Tages aufzustellen", stellte er fest.

    Südossetien gehörte zu Sowjetzeiten als Autonomes Gebiet zu Georgien. Nach der Unabhängigkeit Georgiens 1991 entzog der erste georgische Präsident, Swiad Gamsachurdija, Südossetien den Autonomiestatus. Daraufhin erklärte sich die Republik für unabhängig. Nach einem bewaffneten Konflikt, der 1992 beendet wurde, verlor Georgien endgültig die Kontrolle über Südossetien. Bislang sicherte ein aus russischen, georgischen und nordossetischen Soldaten bestehendes Friedenskontingent die Einhaltung des Waffenstillstandes in der Konfliktzone.

    Als Organ für die Konfliktregelung gilt eine Gemischte Kontrollkommission mit vier Kovorsitzenden: aus Russland, Georgien, Nordossetien und Südossetien. In der letzten Zeit zieht jedoch Tiflis die Arbeit in diesem Format in Zweifel.