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    Moskau entwirft Masterplan für Arktis-Erschließung - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 18. September (RIA Novosti). Der Kreml will die Arktis in eine strategische Ressourcenbasis für Russland verwandeln, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ in ihrer Donnerstagsausgabe.

    Gestern hat Russlands Sicherheitsrat die Frage beraten, wie die Schätze der Arktis zu erschließen seien. Als nächstes Ziel will der Kreml seine Ansprüche auf die Erweiterung der russischen Wirtschaftsgewässer in der Arktis begründen, denn bisher fehlten die nötigen Argumente.

    Ein vom Sicherheitsrat angenommenes Dokument beschreibe eine der Aufgaben, wie Moskaus Ansprüche auf die Erweiterung der Wirtschaftsgewässer in der Arktis gerechtfertigt werden können, so Alexander Danilow, Vizedirektor des Instituts für Arktis und Antarktis, dem das Dokument bereits vertraut ist.

    Demnach soll Russland im Jahr 2011 einen Antrag bei der UN-Kommission stellen, die die Schelfgrenzen festlegt, und dabei wissenschaftlich begründen, dass sowohl der 1800 Kilometer lange Lomonossow-Rücken und auch der Mendelejew-Rücken insgesamt eine natürliche Fortsetzung der sibirischen Kontinentalplatte darstellen.

    2001 war ein ähnlicher Antrag abgelehnt worden mit der Begründung, die Beweislage sei unzureichend. Im August 2007 versuchte eine Expeditionsgruppe unter der Führung von Artur Tschilingarow (russischer Parlamentsabgeordneter) die fehlenden Beweise zu sammeln. Während der Expedition wurde eine russische Fahne auf dem Meeresboden befestigt, was für viel Aufsehen gesorgt hatte.

    Laut UN-Seerechtskonvention von 1982 hat Moskau das Recht, seine 200 Seemeilen breite Wirtschaftszone um weitere 150 Seemeilen (oder um 1,2 Millionen Quadratkilometer) zu erweitern, wenn die Kommission dem entsprechenden Antrag stattgibt.

    Nach Angaben eines Marineoffiziers bedeutet das neben der Stärkung von Russlands Position in der Arktis auch mehr Ausgaben für die Kriegsmarine und die Küstenwache des Sicherheitsdienstes FSB. Die entsprechenden Erlasse seien schon in der Vorbereitung.

    Russlands Ansprüche auf den Kontinentalschelf bedeuteten möglicherweise auch ernsthafte Reibereien mit den USA und Kanada, sagt der amerikanische Politologe Nikolai Zlobin. Bei der Erschließung der Arktis seien Unmengen an Geld erforderlich. Zudem könne der Westen sagen, dass Russland die nötigen Gelder einfach fehlen. Letztendlich würden die betroffenen Staaten und nicht die UNO die Entscheidung treffen, die ausschließlich politisch statt wissenschaftlich sei, so Zlobin abschließend.

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