14:57 20 Juli 2018
SNA Radio
    Politik

    Immer mehr Russen für Kosovo-Unabhängigkeit - „Wremja Nowostej“

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 22. September (RIA Novosti). Seit der Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens durch Moskau hat sich die Zahl der Befürworter der Unabhängigkeit des Kosovo in Russland verdoppelt, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Montag.

    Experten sind der Ansicht, die Russen seien jetzt auch bereit, die Souveränität von Berg-Karabach und Transnistriens anzuerkennen.

    Während im März, nach der Anerkennung der Kosovo-Unabhängigkeit seitens der USA und einiger Dutzender anderer Länder, nur 15 Prozent der Russen die Position dieser Staaten unterstützt hatten, so sind es heute bereits 31 Prozent. Dagegen haben sich nun 38 Prozent ausgesprochen, im März waren es noch 41 Prozent.

    Die Umfrage führte das russische Meinungsforschungsinstitut WZIOM am 13./14. September durch, es wurden 1600 Menschen in 40 Regionen des Landes interviewt.

    „Die Ergebnisse dieser Studie hängen mit der Anerkennung Abchasiens und Südossetiens durch Russland zusammen. Das hat seine Logik. Manchmal ist die Reaktion des einfachen Volkes verständlich und logisch erklärbar, im Unterschied zu der gegenwärtigen Reaktion sowohl der russischen als auch der amerikanischen Politiker“, sagte der Direktor des Instituts für strategische Einschätzungen, Sergej Osnobischtschew.

    Der Experte betonte, die russische Seite habe den Westen vor den Gefahren des Präzedenzfalles Kosovo gewarnt.

    „Nun ist die Büchse der Pandora geöffnet. Zuerst der Kosovo, dann die georgischen Republiken. Daraus ergibt sich das Prinzip einer allgemeinen Souveränisierung und das Volk ist bereits bereit, auch die Anerkennung von Berg-Karabach und Transnistrien ruhig aufzunehmen. Leider werden von der politischen Elite die wildesten Fantasien produziert. Das ist nicht ungefährlich und das muss in erster Linie unserer politischen Klasse erklärt werden, die bereits jetzt begierig auf die Krim und die Perspektiven einer Teilung der Ukraine blickt“, äußerte er.

    „Auch innerhalb Russlands gibt es Regionen, die ihr Recht auf Selbstbestimmung verkünden könnten und Europa sitzt einfach auf einem Pulverfass“, so Osnobischtschew.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren