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    Juschtschenko rechnet nicht mit schnellem EU- und NATO-Beitritt der Ukraine

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    Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko rechnet nicht mit einem schnellen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union (EU) und zur NATO.

    KIEW, 22. September (RIA Novosti). Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko rechnet nicht mit einem schnellen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union (EU) und zur NATO.

    "Über die NATO-Mitgliedschaft wird mit demokratischen Methoden entschieden. Wir werden dafür entsprechende demokratische Mechanismen einsetzen", sagte Juschtschenko in einem Interview für die amerikanische Zeitung "The Washington Times". (Die ukrainischen Behörden versprechen ein Referendum über den NATO-Beitritt - Anm. der Redaktion).

    "Heute sprechen wir nicht sosehr von einer Mitgliedschaft, sondern von einem Partnerschaftsabkommen mit der Allianz... Um voranzukommen, soll das Bündnis uns ein Signal geben. Am besten wäre ein neuer Status unserer Beziehungen zum nordatlantischen Bündnis."

    Die Ukraine hatte ihre Aufnahme in den Aktionsplan beantragt, dessen Erfüllung die erste Etappe beim Beitritt zur Allianz wäre. Der Antrag wurde aber auf dem April-Gipfel der NATO in Bukarest abgelehnt, vor allem wegen der Haltung Deutschlands und Frankreichs. Nach dem jüngsten Konflikt in Südossetien erklärte Juschtschenko, dass sein Land aktiver auf einen NATO-Beitritt hinarbeiten soll.

    Zu den EU-Perspektiven Kiews sagte der Präsident, dass Europa bezüglich dieser Frage gegenwärtig in mehrere Lager gespalten sei. "Leider hat dieser Faktor einen sehr starken Einfluss, weil Anhänger unterschiedlicher Standpunkte nicht auf ein Entgegenkommen einig werden können. Es ist ganz und gar nicht so einfach, eine einheitliche Position zu formulieren. Mit anderen Worten wird die Aufnahme (Kiews) in die Europäische Union keine leichte Sache sein."

    Am 9. September hatte in Paris ein EU-Ukraine-Gipfeltreffen stattgefunden, in dem eine baldige Unterzeichnung des so genannten Assoziierungsabkommens mit der Ukraine bekannt gegeben wurde. Entgegen dem Wunsch der Ukraine wird das Doument keine Perspektive der EU-Mitgliedschaft enthalten. Juschtschenko hofft darauf, dass das Abkommen in der zweiten Hälfte 2009 signiert wird. Aber mehrere Experten betrachten diesen Termin als wenig wahrscheinlich, weil in dieser Zeit die Präsidentenwahlkampagne in der Ukraine gerade ihren Höhepunkt erreichen wird.

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