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    US-Wahlen: Obama und McCain geeint in Russland-Kritik

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    Die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain haben am Dienstag bei ihrer Fernsehdebatte in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) Russlands Politik kritisiert.

    WASHINGTON, 08. Oktober (RIA Novosti). Die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain haben am Dienstag bei ihrer Fernsehdebatte in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) Russlands Politik kritisiert.

    Die Russen „zeigen ein böses Verhalten (evil behaviour)“, sagte Obama, vom Moderator an die berühmten Worte von Ex-Präsident Ronald Reagan erinnert, die Sowjetunion sei ein „Reich des Bösen“. „Ich denke, es ist wichtig einzusehen, dass dies nicht mehr die frühere Sowjetunion ist. Sie weisen aber weiterhin nationalistische Impulse auf, und das ist, so glaube ich, überaus gefährlich.“

    Darauf angesprochen, ob „Russland unter Wladimir Putin ein ‚Reich des Bösen’“ sei, erwiderte John McCain: „Das kann sein.“ „Wenn ich ‚ja’ sage, würde das bedeuten, dass wir erneut einen Kalten Krieg entfachen. Wenn ich ‚nein’ sage, würde das bedeuten, dass wir ihr Verhalten ignorieren.“

    „Ich denke, wir können mit den Russen etwas zu tun haben, sie müssen aber begreifen, dass sie überaus harte und entschlossene Vereinigte Staaten vor sich haben, die unsere Interessen und die Interessen anderer Länder in der Welt verteidigen werden“, so McCain.

    „Es besteht kein Zweifel darüber, dass Russlands Verhalten außerhalb der Verhaltensnormen liegt, die wir von den sehr wohlhabenden Staaten erwarten, der Russland heute dank seinen Öldollars geworden ist.“, fügte er hinzu. „Wir müssen den Russen zu verstehen geben, dass ein solches Verhalten zu bestrafen ist.“ „Gemeinsam mit unseren Verbündeten und Freunden in Europa, die gleichermaßen über das Verhalten der Russen besorgt sind, müssen wir wirtschaftliche, diplomatische und andere Hebel einsetzen.“

    Nach seinen Worten müssten die USA der Ukraine und Georgien ihre „moralische Unterstützung erweisen“. McCain hob die Wichtigkeit einer Aufnahme der Ukraine und Georgiens in die Nato hervor.

    „Ich bin mit Senator McCain hinsichtlich der Schritte weitgehend einverstanden, die unternommen werden müssen“, sagte Obama. „Wir müssen aber unsere moralische Unterstützung den Polen, Estland und Lettland sowie allen Ländern erweisen, die früher Sowjetunion-Satelliten waren. Aber wir müssen ihnen auch finanzielle und konkrete Hilfe bei der Wiederherstellung ihrer Wirtschaft erweisen.“ Insbesondere Georgien „steht heute am Rande riesiger wirtschaftlicher Schwierigkeiten“, fügte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten hinzu.

    Der wichtigste Punkt in den Beziehungen mit Russland werde die Energie sein, so Obama. „Wenn wir unseren Energieverbrauch verringern, wird das die Menge der Öldollars verringern, über die die Russen verfügen, um der ganzen Welt zu schaden.“

    Während der 90-minütigen Debatte beantworteten Obama und McCain Fragen, die die Finanzkrise und die US-Wirtschaft, die Stabilisierung der Märkte, das Gesundheitswesen und die Steuern sowie weltpolitische Themen wie Irak, Afghanistan, Pakistan, Russland, Israel u. a. betrafen.