16:34 18 August 2017
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    US-Militärs wollen keinen Kalten Krieg mit Russland riskieren - Russlands Presse

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    MOSKAU, 23. Oktober (RIA Novosti). Ein unangekündigtes Treffen zwischen den Generalstabschefs Russlands und der USA, Nikolai Makarow und Mike Mullen, hat am Dienstag in Finnland stattgefunden. Mit diesem Thema befassen sich die Tageszeitungen "RBC Daily" und "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Im Unterschied zu den Politikern sehen die Militärs ein, dass keine der Seiten von einer Konfrontation profitieren würde. Außerdem hat die US-Armee, die in Afghanistan und im Irak stecken bleibt, einfach keine Kraft mehr für einen Kalten Krieg gegen Russland.

    Dies war das erste Treffen derart ranghoher Militärs nach dem Konflikt in Südossetien und dem anschließenden Beschluss der Nato, den Dialog mit Russland einzufrieren. Wie aber die "Nesawissimaja Gaseta" feststellt, hatten Makarow und Mullen bereits während der Ereignisse im Kaukasus miteinander telefoniert.

    Nach Angaben der Zeitung hatte Makarow dem amerikanischen Kollegen versichert, dass die russischen Truppen die Lieferung von Hilfsgütern mit amerikanischen Militärtransportern S-17 an Georgien sowie den Besuch eines amerikanischen Kriegsschiffs in der georgischen Hafenstadt Poti nicht behindern werden.

    Wie aus russischen Militärkreisen verlautete, wurde beim Gespräch über das Schicksal des US-Kriegsgeräts entschieden, das während des Konflikts in Georgien in die Hände der russischen Militärs geraten waren.

    Nach Helsinki reiste Mullen zwar weiter nach Riga, kam aber nicht bis nach Brüssel. Auf Journalistenanfragen wird dort immer noch geantwortet, dass die Allianz ihren Beschluss vom September über das Einfrieren der Kontakte mit Russland auf hoher Ebene "weder erörtert noch aufgehoben" habe.

    General Makarow schloss eine Wiederbelebung des Russland-Nato-Rats in den nächsten Monaten nicht aus. Alexander Chramtschichin, Experte des Moskauer Instituts für politische und militärische Analysen, betrachtet eine solche Entwicklung als durchaus wahrscheinlich. "In dieser oder jener Form musste das militärische Zusammenwirken zwischen Russland und den USA wieder aufgenommen werden", äußerte er. "Die russischen und die amerikanischen Militärs haben weder Kraft noch Lust zu einem vollwertigen Kalten Krieg."

    Jeffrey Mankoff, Experte des amerikanischen Council on Foreign Affairs, stellte in der "RBC Daily" fest: "Die bittere Wahrheit besteht darin, dass Amerika heute Russland stärker braucht als umgekehrt." Zu einer Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau waren die US-Militärs durch die Lage der Nato-Truppen in Afghanistan gezwungen, betonte er. "Wir brauchen dringend einen Transitkorridor über Russland zur Versorgung unserer Truppen und der Truppen unserer Verbündeten", hieß es.

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