10:52 18 August 2017
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    Kontroversen zwischen Lettland und Russland um Nazi-Heroisierung

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    RIGA, 23. Oktober (RIA Novosti). Nach Ansicht des lettischen Abgeordneten Boris Cilevic von der Partei "Zentrum der Zustimmung", die die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung der Republik verteidigt,

    betreibt Riga keine Heroisierung der Nazis, sondern versucht, sie zu rechtfertigen.

    "Lettland betreibt keine Heroisierung der Nazis. Das ist ein Stempel, der sich bei russischen Politikern großer Beliebtheit erfreut. Die Situation ist viel komplizierter. Für Lettland verwandelte sich der Zweite Weltkrieg in einen Bürgerkrieg: Die Hälfte der Bevölkerung des Landes kämpfte in der Roten Armee, die andere Hälfte in der lettischen SS-Legion. Das ist der Grund, warum die lettischen Behörden jetzt versuchen, die Nazis zu rechtfertigen", sagte Cilevic am Mittwoch auf einer Sitzung des Komitees für politische Sonderfragen der UN-Vollversammlung. Der Politiker sehe darin eine ernsthafte Gefahr.

    Wie der Vertreter Russlands, Ruslan Bachtin, sagte, verurteilt Moskau die Versuche der Heroisierung von Nationalsozialisten etlichen Staaten und rufe die UNO auf, Versuche, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs umzuschreiben, zu unterbinden.

    Russland hatte zuvor die Politik und die Handlungen mehrerer Länder (darunter Estland, Lettland und die Ukraine) diesbezüglich und aufgrund des Abbaus von sowjetischen Kriegsdenkmälern scharf kritisiert.

    In Lettland findet jedes Jahr ein Umzug der ehemaligen Legionäre der lettischen SS-Legion statt. Viele von ihnen waren an den Massenhinrichtungen von Juden und Vertretern anderer Nationalitäten in Lettland und in Weißrussland beteiligt.

    Präsident Valdis Zatlers sagte im März, er halte diese Legionäre nicht für Nazis.

    Die lettische SS-Legion wurde vom deutschen Kommando während des Zweiten Weltkrieges aus zwei Grenadier-Divisionen gegründet.

    Im März 1943 kämpften Einheiten der lettischen Legion im Gebiet Pskow gegen die Rote Armee.

    Durch einen Erlass von Reichsführer-SS Heinrich Himmler vom 24. März 1943 wurden alle Letten, die in den nationalen Militärformationen, darunter den Polizeibataillonen, ihren Dienst versahen, unter dem Begriff lettische Legion vereint. Sie zählte insgesamt rund 150 000 Angehörige.

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