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    Ukraine: Abgeordneter macht Behörden für russische Gaspreiserhöhung verantwortlich

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    Laut einigen ukrainischen Abgeordneten ist die angekündigte Preiserhöhung für russisches Erdgas für die Ukraine in bedeutendem Maße auf die Politik der ukrainischen Behörden zurückzuführen.

    KIEW, 21. November (RIA Novosti). Laut einigen ukrainischen Abgeordneten ist die angekündigte Preiserhöhung für russisches Erdgas für die Ukraine in bedeutendem Maße auf die Politik der ukrainischen Behörden zurückzuführen.

    Der Vorstandsvorsitzende der russischen Gasholding Gazprom, Alexej Miller, hatte am Donnerstag eine Steigerung des Gaspreises auf mindestens 400 US-Dollar je 1000 Kubikmeter ab dem 1. Januar 2009 angekündigt. Er hatte sich zuvor mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew getroffen, der die Tilgung der ukrainischen Gasschulden in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar gefordert hatte.

    Der Abgeordnete der Obersten Rada von der oppositionellen Partei der Regionen Juri Miroschnitschenko sagte am Freitag auf einer Rundtisch-Konferenz in der ukrainischen Vertretung von RIA Novosti: „Ich glaube, dass die harte Position Russlands bei den Verhandlungen in einem großen Maße durch das Handeln der ukrainischen Staatsbehörden bedingt ist.“ Die ukrainische Führung habe provokatorische und ultimative Äußerungen abgegeben. Russland verliere dadurch die Motivation, von seinen nationalen Interessen etwas abzuweichen, denn es gebe keine mit der Ukraine abgestimmte Position, sagte Miroschnitschenko

    Ihm zufolge hat die Ukraine gefordert, über den Abzug der russischen Schwarzmeerflotte aus Sewastopol zu verhandeln, und rechne zugleich damit, dass Russland keine Gaspreiserhöhung beschließen werde. „Wir (die Ukraine) sprechen über die Anhebung des Transittarifs für russisches Gas und wundern uns gleichzeitig darüber, dass für uns der Preis von 400 US-Dollar je 1000 Kubikmeter festgesetzt wird“, sagte der Parlamentarier.

    Der Abgeordnete Wladimir Jaworiwski aus der Fraktion vom Julia-Timoschenko-Block gab zu, dass die ukrainischen Behörden mit ihrer Unterstützung für Georgien eine falsche Position zum Kaukasus-Konflikt bezogen haben. „In der Georgien-Frage haben wir diesem Land faktisch nicht geholfen und nur uns selbst geschadet“, sagte Jaworiwski.

    Der Abgeordnete von der präsidententreuen Fraktion „Unsere Ukraine - Selbstverteidigung des Volkes“ Kirill Kulikow bezweifelte dagegen, dass Russland den Gaspreis auf 400 US-Dollar erhöhen wird. „Es wäre zumindest unpragmatisch, mit einem so großen Gasverbraucher wie der Ukraine in einem solchen Ton zu sprechen. Denn eine Gassonde lässt sich nicht einfrieren. Sie kann wegen reduziertem Verbrauch nur für immer geschlossen werden“, sagte der Parlamentarier.

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