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    US-Politologe: Obama bringt Moskau um außenpolitischen Trumpf

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    In welchem Bereich Russlands globale Rolle bald zunehmen wird, warum seine geplante Antwort auf den US-Raketenschild nicht gut ist und um welchen Trumpf Barack Obama den Kreml bringt, erzählt Timothy Frye, Professor der Columbia University, in einem RIA-Novosti-Interview.

    NEW YORK, 24. November (RIA Novosti). In welchem Bereich Russlands globale Rolle bald zunehmen wird, warum seine geplante Antwort auf den US-Raketenschild nicht gut ist und um welchen Trumpf Barack Obama den Kreml bringt, erzählt Timothy Frye, Professor der Columbia University, in einem RIA-Novosti-Interview.

    „Trotz der Krise werden die USA und die EU weiterhin eine wesentliche Rolle auf der Weltbühne spielen, obwohl der Einfluss neuer Akteure wie Brasilien und ganz Lateinamerika sowie Russland, Indien und China zweifelsohne zunimmt. Man wird neue Einflusszentren pragmatischer bilden, je nach der Agenda. In Sachen internationale Sicherheit wird Russland dabei eine größere Rolle spielen als im Wirtschaftsbereich“, sagte Frye.

    „Russlands Zukunft erscheint heute unberechenbarer als zuvor. Als der Petroldollar-Springbrunnen sprudelte und alle Elite- und Bevölkerungsgruppen zufrieden waren, war es nicht schwierig, den Konsens beizubehalten. Angesichts der Krise können unterschiedliche Einflussgruppen jedoch in ihren außenpolitischen Vorstellungen auseinander liegen. Wahrscheinlich ist, dass die Stagnationsphase noch drei bis vier Jahre dauert, d.h. bis zur nächsten Präsidentenwahl“, hieß es.

    Frye ging auf das russisch-amerikanische Verhältnis unter Barack Obama ein: „Obama hat auf seine außenpolitischen Prioritäten deutlich hingewiesen: Das sind der Irak, Afghanistan und Pakistan. Obama wird darauf hinarbeiten, den eingebüßten Einfluss der USA auf ihre europäischen Partner wiederherzustellen, er hat auch seine persönlichen Interessen in Afrika. Die Differenzen mit Russland werden für die neue US-Regierung keinen Vorrang haben“.

    Die Ankündigung des Kremls, auf den US-Raketenschild in Osteuropa mit Kurzstreckenraketen in Kaliningrad reagieren zu können, sei für die Beziehungen wischen Moskau und Washington kaum förderlich: „Der neue US-Präsident wird vor der ganzen Welt nicht wie ein Schwächling aussehen wollen. Wenn er den Raketenabwehr-Plan rückgängig machen würde, würde das so aussehen, als ob er Angst hätte“.

    Trotzdem werde Obama die Effizienz des geplanten Raketenschildes prüfen: „Angesichts der Krise wird der Präsident kaum auf unpopuläre Haushaltsausgaben eingehen“.

    Nach dem Abgang des unpopulären George W. Bush werde es dem Kreml schwerer fallen, antiamerikanische Stimmungen in seiner Außenpolitik zu instrumentalisieren: „Bushs Abgang wird die Differenzen zwischen den USA und der EU, von denen Moskau gekonnt profitierte, relativieren. Obama ist in Europa und der Welt beliebt und die antiamerikanische Karte wird kein Trumpf mehr sein - zumindest in der ersten Zeit“.

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