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    Angeblicher Beschuss: Saakaschwilis Presseamt widerspricht Kaczynski

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    Einen Tag nach dem angeblichen Beschuss des Präsidentenkonvois an der Grenze zu Südossetien hat das Presseamt des georgischen Staatschefs seine Darstellung des Vorfalls veröffentlicht, die der früheren Darstellung des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski widerspricht.

    MOSKAU/TIFLIS, 24. November (RIA Novosti). Einen Tag nach dem angeblichen Beschuss des Präsidentenkonvois an der Grenze zu Südossetien hat das Presseamt des georgischen Staatschefs seine Darstellung des Vorfalls veröffentlicht, die der früheren Darstellung des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski widerspricht.

    Bei einem Besuch von Präsident Michail Saakaschwili und Polens Staatschef Kaczynski am Sonntag im Konfliktgebiet fielen georgischen Angaben zufolge in der Nähe Schüsse. Niemand wurde verletzt. Die Regierung in Tiflis machte die russischen Truppen für den Beschuss verantwortlich. Russland wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer Inszenierung.

    "Die Präsidentenkolonne war gestern um 18.10 Uhr von einem russischen Wachposten aus unter Beschuss genommen worden", teilte das Presseamt des georgischen Präsidenten in Tiflis mit. Das Feuer sei eröffnet worden, als die beiden Präsidenten 100 Fuß von dem Wachsposten entfernt gewesen seien, hieß es weiter. Warum das Presseamt "Fuß" als Längenmaß angab, obwohl in Georgien das metrische Maßsystem gilt, ist unklar. "Die beiden Präsidenten wurden eilig evakuiert."

    Davor hatte Kaczynski die Evakuierung mit keinem Wort erwähnt. Als er Maschinenpistolen-Salven gehört habe, sei er zuerst eine Weile stehen geblieben, um sich genauer anzusehen, was da passiert sei, erzählte der polnische Präsident. Dann sei er an Präsident Saakaschwili herangetreten und "wir gingen langsamen Schrittes und wechselten die Fahrzeuge. Er habe "keine Bedrohung" gesehen, sagte Kaczynski.

    Das polnische Außenministerium erklärte unterdessen, ihm lägen keine bestätigten Informationen vor, dass an dem Vorfall russische Soldaten beteiligt gewesen wären. Außenamtssprecher Piotr Paszkowski sagte, dass der Besuch an der Grenze zu Südossetien nicht auf Kaczynskis Aufenthaltsprogramms gestanden habe. Die Reiseroute sei im letzten Moment vom georgischen Präsidenten Saakaschwili geändert worden.

    Auf einer Pressekonferenz ließen Kaczynski und Saakaschwili die Frage unbeantwortet, warum an der Grenze zum Zeitpunkt des Vorfalls georgische Journalisten gewesen seien, wenn die Entscheidung, dorthin zu reisen, im letzten Moment getroffen worden sei.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete den Vorfall als Provokation. Er erinnerte daran, dass die georgische Führung im August 2007 bereits einen angeblichen russischen Bombenabwurf inszeniert hatte.

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