21:57 18 August 2017
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    Afghanistans Staatschef erbittet Hilfe wegen drohender Hungersnot im Land

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    KABUL, 24. November (RIA Novosti). Afghanistan muss in diesem Winter mit dem Ausbruch einer humanitären Krise rechnen, wenn die Weltgemeinschaft dem Land nicht unverzüglich Hilfe für die Lebensmittelversorgung und den Gesundheitsschutz leistet.

    Das sagte der afghanische Vizepräsident Mohammad Karim Khalili am Sonntag bei einem Treffen mit den Chefs von ausländischen diplomatischen Missionen und internationalen Organisationen.

    Ihm zufolge können "rund sechs Millionen Afghanen in diesem Winter Opfer einer Hungersnot werden", wenn die internationale Gemeinschaft der afghanischen Führung nicht die in diesem Sommer versprochenen 404 Millionen Dollar Hilfsgelder zur Verfügung stellt.

    Khalili warnte, dass die Hungersnot und die Verarmung der Bevölkerung Terrorismus und Drogenhandel fördern würden. Er rief die Teilnehmer des Treffens auf, in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Hilfsstrategie für Afghanistan auszuarbeiten.

    Der Vize-Sonderbeauftragte der UNO für die Unterstützung Afghanistans (UNAMA), Christopher Alexander, unterstützte den Appell des afghanischen Vizepräsidenten.

    Alexander zufolge benötigen gegenwärtig 129 afghanische Landkreise dringend medizinische Hilfe und Medikamente.

    In den 80er Jahren waren in Afghanistan keine humanitären Krisen aufgetreten. Die Landwirte produzierten Lebensmittel für den Eigenbedarf und exportierten unter anderem Trockenobst, Oliven und Granatäpfel.

    Afghanistan, das sogar zu Kriegszeiten 80 Prozent seiner Haushaltseinnahmen eigenständig decken konnte, gehörte zu den wichtigsten internationalen Exporteuren von Teppichen, chemischen Düngemitteln, von Erzeugnissen der Leichtindustrie und des Handwerks.

    Mit der Machtübernahme der Mudschaheddin im Jahr 1992 wurden die Industrie, die Landwirtschaft und die Infrastruktur des Landes fast vollständig zerstört.

    Die Landwirte begannen, Mohn und Hanf anzubauen und litten dennoch Hunger.

    Zurzeit ist Afghanistan der weltweit größte Drogenproduzent und stellt auf dem internationalen Schwarzmarkt rund 93 Prozent aller weltweit hergestellten Opiate.

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