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    Version des Golodomors entstand in den USA - ukrainischer Historiker

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    Die meisten Einwohner der ukrainischen Krim-Halbinsel erkennen die in den USA verfasste Interpretation der Hungersnot in der Sowjetunion als Völkermord an den Ukrainern nicht an. Das erklärte der Historiker Anatoli Schilin, Abgeordneter des Obersten Rates der Autonomen Republik Krim und Kommissionsleiter für Wissenschaft und Bildung am Montag.

    SIMFEROPOL, 24. November (RIA Novosti). Die meisten Einwohner der ukrainischen Krim-Halbinsel erkennen die in den USA verfasste Interpretation der Hungersnot in der Sowjetunion als Völkermord an den Ukrainern nicht an. Das erklärte der Historiker Anatoli Schilin, Abgeordneter des Obersten Rates der Autonomen Republik Krim und Kommissionsleiter für Wissenschaft und Bildung am Montag.

    "Die Version, wonach die Russen im 20. Jahrhundert die Ukrainer absichtlich den Hungerstod sterben ließen, ist für die meisten Krim-Einwohner nicht annehmbar", sagte Schilin in einem RIA-Novosti-Interview.

    Die Hungersnot ist zu einer ideologischen Konzeption der gegenwärtigen ukrainischen Landesführung geworden.

    Kiew fordert schon seit mehreren Jahren von der Weltöffentlichkeit, von der UNO und von Russland, die Hungersnot, die in der Sowjetunion in den Jahren 1932 und 1933 herrschte und von den ukrainischen Politikern als "Golodomor" bezeichnet wird, als Völkermord an den Ukrainern anzuerkennen.

    Diese Position wird von zwölf Ländern unterstützt. Am 22. November fand in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein internationales Golodomor-Forum statt, an dem eine Präsidentendelegation aus den USA teilnahm. Das Forum war dem 75. Jahrestag des Golodomors in der Ukraine gewidmet.

    Die meisten Einwohner der Republik Krim und der Hafenstadt Sewastopol lehnten es jedoch ab, an den Veranstaltungen anlässlich dieses Datums teilzunehmen.

    "Die Version, wonach die Hungersnot gegen die ukrainische Nation gerichtet war, wurde in den USA 1984 geboren, als dort der Kampf gegen das 'Reich des Bösen' angesagt wurde. Eine große Rolle bei der Entwicklung dieser Theorie spielte der Russlandhasser Zbigniew Brzezinski, an deren Entwicklung arbeitete auch die Ehegattin des heutigen Präsidenten der Ukraine", sagte der Historiker.

    Das Ziel dieser Version sei es, "die Bevölkerung der Ukraine um das allgemeine Feindbild - Russland und die Russen - zusammenzuschließen". Die Aktionen in der Ukraine zum Andenken an die an der Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 bis 1933 Verstorbenen sind nach seinen Worten "in erster Linie politische Aktionen mit politischen Zielen".

    Besorgniserregend ist dem Historiker zufolge auch die Tatsache, dass diese Problematik heute vor allem die Sicherheitsdienste der Ukraine und nicht die Geschichtswissenschaftler betreuen.

    1984 bildete der US-Kongress eine Sonderkommission, die "die Ursachen der von der Sowjetführung inspirierten Hungersnot 1932 und 1933 in der Ukraine" untersuchen sollte. In einem 1988 veröffentlichen Schlussbericht der Kommission war von einem "künstlichen Charakter" der Hungersnot die Rede. Die Hungersnot selbst wurde als "Völkermordakt" gegen das ukrainische Volk bezeichnet.

    Die schreckliche Hungersnot in der Sowjetunion in den Jahren 1932 und 1933 war eine Folge der Kollektivierungspolitik auf dem Lande. Die geografischen Dimensionen der Hungersnot zeugen davon, dass das Bauerntum als solches, unabhängig von der Nationalität, zum Objekt dieser Politik wurde.

    Die Tragödie erfasste die führenden Getreideregionen der UdSSR: Neben der Ukraine waren das der Mittel- und der Unterlauf der Wolga, der Nordkaukasus, das zentrale Schwarzerdegebiet, die südliche Uralregion, Westsibirien und Kasachstan.

    Die Einwohnerzahl dieser Regionen belief sich insgesamt auf rund 50 Millionen. Landesweit starben sechs bis sieben Millionen Menschen an Hunger. In den beiden Hungerjahren starben in der Ukraine 2,9 bis 3,5 Millionen Menschen.

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