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    Rutenen kämpfen um Autonomierechte im Staatenverband der Ukraine

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    KIEW, 08. Dezember (RIA Novosti). Der ukrainische Sicherheitsdienst hat den Vorsitzenden des Verbandes „Soim der niederkarpatischen Rutenen“, Dimitri Sidor, wegen „Angriff auf die Integrität und die Unantastbarkeit der Ukraine“ angeklagt. Das teilt der Pressedienst der Sicherheitsbehörde am Montag mit.

    Laut der Anklage soll Sidor zur Änderung des Territoriums und der Staatsgrenze der Ukraine aufgerufen und somit gegen die verfassungsmäßig festgelegte Ordnung verstoßen haben.

    Sidor musste die schriftliche Verpflichtung abgeben, seinen Aufenthaltsort nicht zu verlassen.

    Bei den Rutenen handelt es sich um die autohtone slawische Bevölkerung der Karpatenregion. Außer der Ukraine leben Rutenen auch in anderen Ländern Osteuropas. Sie betrachten sich als ein selbständiges Volk und sind in 22 Ländern offiziell anerkannt. Nach Angaben der ukrainischen Volkszählung vom Jahr 2001 leben zurzeit rund 10 000 Rutenen im ukrainischen Gebiet Transkarpatien. Der heimische Gebietsrat hatte 1992 und im Jahr 2002 die Oberste Rada (ukrainisches Parlament) ersucht, die Rutenen als eine Nationalität anzuerkennen. Im August 2006 hat der UN-Ausschuss gegen Rassendiskriminierung die ukrainische Regierung aufgerufen, die Rutenen als eine nationale Minderheit einzustufen. Im März 2007 wurde diese ethnische Gruppe vom transkarpatischen Gebietsrat als eine Nationalität anerkannt.

    Sicherheitsbeamte des Gebietes haben sich damals mit Mitgliedern der rutenischen national-kulturellen Gemeinden getroffen und ihnen die Gesetze über die territoriale Integrität und die Unantastbarkeit der Ukraine erläutert.

    Beim zweiten Europäischen Kongress der niederkarpatischen Rutenen im Oktober dieses Jahres in Mukatschewo (Transkarpatien) wurde eine Absichtserklärung über die Wiederherstellung der rutenischen Staatlichkeit unterzeichnet. Das Dokument sollte am 1. Dezember in Kraft treten. Bis dahin hätten die Behörden den Prozess der Anerkennung der autonomen Republik Niederkarpatische Russ einleiten sollen.

    In der Absichtserklärung geht es „um die Wiederherstellung der rutenischen Staatlichkeit nach dem Status vom 22. November 1938 sowie um die Bildung der staatlichen Exekutive“. Gerade an diesem Tag war das Verfassungsgesetz der Republik Tschechoslowakei angenommen worden, wonach der Transkarpatischen Rus und der Slowakei der Status einer föderativen Republik im Staatenverband der Tschechoslowakischen Föderation verliehen wurde. „Dies entspricht der Willensäußerung unseres Volkes beim Referendum vom 1. Dezember 1991: ‚Transkarpatien ist ein besonderes selbstverwaltetes Territorium und ein Völkerrechtssubjekt im Staatenverband der Ukraine“, heißt es in der Absichtserklärung.

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