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    Nach Rücktrittswelle in Kirgisien: Präsident will politische Elite verjüngen

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    BISCHKEK, 26. Januar (RIA Novosti). Präsident Kurmanbek Bakijew hat die jüngste Rücktrittswelle und die Neuernennungen in Kirgisien mit dem Wunsch erklärt, die Kader in der Regierung zu "verjüngen".

    "Wir setzen auf junge Kader mit neuem Denken, die imstande sind, operativ auf die heutigen Herausforderungen zu reagieren", erklärte Bakijew am Montag, als er der Regierungskanzlei den neuen Ersten Vizepremier des Landes, Omurbek Babanow, und den Leiter der Regierungskanzlei, Nurlan Aitmursajew, vorstellte.

    Der kirgisische Präsident Bakijew hat am Freitag etliche Minister, Diplomaten sowie Gebiets- und Kreisleiter entlassen und am Montag einen Erlass über Neuernennungen im Kabinett unterschrieben. Das Durchschnittsalter der neuen Staatsbeamten ist 40 Jahre.

    Omurbek Babanow (38) leitete bei der Parlamentswahl 2007 den Stab der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei und organisierte Kundgebungen der Opposition, deren Teilnehmer eine Verfassungsreform und den Rücktritt der Landesführung forderten.

    Der Ex-Abgeordnete Babanow gilt als einer der erfolgreichsten Geschäftsleute der Republik. 2004 wurde er zum "Geschäftsmann des Jahres" gewählt. Er hat keine Erfahrungen im Staatsdienst. Damit wurde er zum jüngsten kirgisischen Politiker, der einen so hohen Staatsposten bekleidet.

    Der neue Leiter der Regierungskanzlei, Nurlan Aitmursajew, war bis vor kurzem Kirgisiens Botschafter in Pakistan.

    Der kirgisische Präsident hat auch den Botschafter in China, Kadyrbek Sarbajew (42), zum Außenminister statt Ednan Karabajew, der am 16. Januar zurückgetreten ist, ernannt. Ruslan Kasakbajew, der früher den Posten des kirgisischen Generalkonsuls in Istanbul bekleidete, wurde zu dem Ersten Vizeaußenminister des Landes.

    Der ehemalige Vizepremier Iskenderbek Aidaralijew wurde am Montag zum Minister für Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Verarbeitungsindustrie.

    Am Freitag mussten mehrere Minister, regionale Leiter und Diplomaten ihre Ämter räumen. In vielen Rücktrittsfällen wurden die Umbesetzungen mit einem "Wechsel der Arbeitsstelle" begründet.

    Der Pressesprecher des Präsidenten bezeichnete am Freitag den Vorgang als eine "gewöhnliche Kaderrotation". Viele Politologen äußern in ihren Stellungnahmen, dass Präsident Bakijew die Absicht habe, eine neue politische Elite zu bilden, und "die Menschen in der Regierung loszuwerden", "die einst mit dem Ex-Präsidenten Askar Akajew verbunden waren".

    Der Regierungsumbau wurde Anfang 2009 eingeleitet, als der plötzliche Rücktritt des Administrationschefs des Präsidenten, Medet Sadyrkulow, - einflussreicher Politiker, der die Elite im Norden des Landes aus dem Präsidentenumfeld vertritt - bekannt gegeben wurde.