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    Schocktherapie des Kiewer Oberbürgermeisters: Eintrittskarten für Friedhof

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    KIEW, 27. Januar (RIA Novosti). Zum ersten Mal in der Geschichte der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird das Betreten der Kiewer Friedhöfe entgeltlich. Einen entsprechenden Erlass hat Oberbürgermeister Leonid Tschernowezki unterzeichnet. Das teilte eine RIA-Novosti-Korrespondentin aus Kiew mit Hinweis auf den Stellvertreter des Bürgermeisters, Vitali Schurawski, am Dienstag mit.

    Viele Kiewer Einwohner mussten dieser Tage staunen, als von ihnen beim Betreten des Friedhofsgeländes Geld gefordert wurde. "Es wurde der entgeltliche Eintritt eingeführt. Das kann ich bestätigen", zitierte die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN den Kommentar des stellvertretenden Regierungschefs der Stadt Kiew zu den zahlreichen Anrufen der befremdeten Kiewer.

    Schurawski konnte den genauen Eintrittspreis nicht nennen. "Für verschiedene Friedhöfe gelten verschiedene Tarife. Der Preis ist aber festgelegt", sagte er vor Journalisten.

    Zu der Frage, wovon sich die Verwaltung der Friedhöfe bei der Einführung der "Eintrittskarten" leiten ließ und ob das eine Verordnung der Stadtregierung sei, die der Kiewer Oberbürgermeister bereits unterzeichnet hat, antwortete Schurawski mit einem kurzen "Ja".

    Kurz vor dem Jahreswechsel gab Tschernowezki, der ein Dollar-Millionär ist und auf das Bürgermeistergehalt verzichtet hat, eine Reihe spektakulärer Erklärungen ab. In absehbarer Zeit werde in Kiew alles unter den Hammer gehen, selbst die Ämter von Stadtbeamten, sagte er bei einem Treffen mit Unternehmern.

    Der Bürgermeister von Kiew wollte den gesamten Fahrzeugpark des Bürgermeisteramtes ausverkaufen und seine Bürgersprechstunden kostenpflichtig machen.

    Ein jedes Treffen mit ihm werde "mindestens 100 000 Dollar" kosten, versprach er im Dezember. Das Geld werde dem Stadthaushalt zufließen. Damit will Tschernowezki die Korruption bekämpfen.