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    Moskau warnt Nato vor Militarisierung Georgiens und Flächenbrand im Kaukasus

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    Bevor Russland eine enge Zusammenarbeit mit der Nato eingeht, will es vom Nordatlantikpakt Erläuterungen in Bezug auf dessen Haltung im jüngsten Kaukasus-Konflikt mit Georgien bekommen.

    MOSKAU, 28. Januar (RIA Novosti). Bevor Russland eine enge Zusammenarbeit mit der Nato eingeht, will es vom Nordatlantikpakt Erläuterungen in Bezug auf dessen Haltung im jüngsten Kaukasus-Konflikt mit Georgien bekommen.

    Das sagte der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin am Mittwoch in Moskau. Nachdem die Nato den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili rücksichtslos unterstützt habe, käme eine enge Zusammenarbeit im militärischen Bereich kaum in Frage. "Wir möchten zuerst von der Nato wenn nicht Entschuldigungen, so zumindest Erläuterungen zu ihrer Georgien-Politik bekommen."

    Rogosin räumte ein, dass sich die Beziehungen zwischen Georgien und der Nato nach der Offensive in Südossetien in diesem August verschlechtert haben. Dennoch wolle sich Brüssel nicht von der Führung in Tiflis distanzieren. "Denn Georgien ist für die Nato ein wichtiger Vorposten im Kaukasus."

    Eine weitere Militarisierung Georgiens könne dazu führen, dass Saakasachwili erneut Waffen gegen seine Opponenten einsetze, warnte der russische Nato-Botschafter. "Dies kann den ganzen Kaukasus zur Explosion bringen." Wenn die Nato in dieser Frage Georgien weiterhin Rückhalt gäbe, würde das verdeutlichen, dass der Kalte Krieg für die Nordatlantik-Allianz noch immer nicht der Vergangenheit angehöre.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Nato hatten sich Anfang August zugespitzt, als Georgien dessen abtrünnige Provinz Südossetien und die dort stationierten russischen Friedenssoldaten angegriffen hatte. Russland schickte daraufhin Truppen in die Region, um die georgische Armee aus dem Gebiet zu drängen. Die Nato hatte Georgien während des Konflikts unterstützt.

    Die Nato-Außenminister beschlossen am 19. August, die Sitzungen des Russland-Nato-Rats auszusetzen. Russland reagierte, indem es einige Programme und Übungen mit der Nato auf Eis legte. Die Zusammenarbeit bei der Rüstungskontrolle und den Transit von Nato-Gütern nach Afghanistan stellte Russland jedoch nicht ein. Der Dialog zwischen beiden Seiten wurde erst am 26. Januar wiederaufgenommen.

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