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    Weißrussland wartet mit Anerkennung Abchasiens und Südossetiens - „Gazeta.Ru“

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    MOSKAU, 03. Februar (RIA Novosti). Heute findet in Moskau eine Sitzung des Obersten Rats der Russisch-Weißrussischen Union statt. Darüber berichtet die Internetzeitung „Gazeta.Ru“ am Dienstag.

    Vergangenes Jahr wurde das Treffen bereits zwei Mal verschoben, am 3. November bzw. am 1. Dezember. Die zentrale Frage des derzeitigen Besuchs des weißrussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko besteht darin, was Moskau von Minsk letztendlich bekommen wird. Zur Erinnerung: Russland gewährte Weißrussland vor kurzem einen großen Dollar-Kredit und versprach, Gas zu einem annehmbaren Preis wie früher zu verkaufen.

    Nichtsdestotrotz scheint es, dass Minsk um Gegensatz zu Russland nicht vorhat, den unabhängigen Status von Südossetien und Abchasien anzuerkennen. Moskau versucht schon seit sechs Monaten Lukaschenko umzustimmen, doch bislang endeten alle Versuche ohne Erfolg. Allein Nicaragua ist bislang Moskaus Beispiel gefolgt, doch Lukaschenko ist bei der Anerkennung nicht unter Zeitdruck.

    Im November 2008 sagte Lukaschenko, Weißrussland wolle den selben Weg wie die russischen Bürger gehen. Das bedeutet, dass er die Frage der Anerkennung im Parlament behandeln lassen will. Die erste Sitzung des weißrussischen Parlamentes wird voraussichtlich erst Anfang April stattfinden.

    Kirill Koktysch, Mitglied des Rats der Vereinigung politischer Experten und Berater, vertritt die Auffassung, dass diese Frage in der Tat auf April verschoben wurde. Die Lösung „Kredite gegen Anerkennung“ sei nicht zu erwarten, sagte Koktysch der Internetzeitung „Gazeta.Ru“.

    Pjotr Marzew, Chefredakteur der weißrussischen Wirtschaftszeitung „Belorusskaja Delowaja Gaseta“ ist überzeugt, dass diese Frage nun ihre Aktualität eingebüßt habe. „Die Anerkennung von Abchasien und Südossetien durch Minsk würde die politischen Ausgangspositionen Weißrusslands im Rahmen des Dialogs mit der EU erschweren, geschweige denn, dass auch für Moskau diese Frage derzeit nicht vorrangiger Natur ist“.

    Wjatscheslaw Posdnjak, Politologe aus Weißrussland, ist überzeugt, dass Minsk ohnehin die Frage nach der Anerkennung irgendwann stellen könnte, denn dies sei, so Posdnjak, die einzige außenpolitische Frage, bei der Moskau auf die Unterstützung seines westlich gelegenen Nachbarn angewiesen ist. Im Übrigen würde Lukaschenko einen politischen Balanceakt vorführen, indem er viel versprechen und wenig erfüllen würde, so Posdnjak abschließend.

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