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    Verschollene in Südossetien auf Agenda der Kaukasus-Kommission in Minsk

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    TIFLIS/ MOSKAU, 03. Februar (RIA Novosti). Die Gemischte gesellschaftliche georgisch-russische Kommission für die Regelung im Kaukasus tritt am Freitag in Minsk zusammen, um über die Suche nach den im Südossetien-Krieg Verschollenen zu diskutieren.

    Das teilte der georgische Kovorsitzende der Kommission, Malchas Gulaschwili, am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit.

    Laut Gulaschwili hat er vom Innenministerium und vom Verteidigungsministerium Georgiens die Liste der seit August 2008 vermissten Militärangehörigen bekommen. "Wir werden diese Liste und Informationen auf dem Treffen in Minsk vergleichen. Wir hoffen, dass dieses Treffen ergebnisreich verläuft", erklärte der Kovorsitzende der Kommission.

    Am 30. September hat das georgische Verteidigungsministerium eine konkrete Liste aller im Krieg Gefallenen und Vermissten veröffentlicht. Nach Angaben vom 25. September wurden während des Krieges in Südossetien 115 georgische Militärangehörige, darunter acht Offiziere, getötet und 54 georgische Militärangehörige, darunter 14 Offiziere, vermisst.

    Nach Angaben des russischen Untersuchungskomitees der Staatsanwaltschaft werden zwei russische Militärangehörige vermisst.

    Die russische Seite wird durch die Mitglieder der Gemischten gesellschaftlichen Kommission Maxim Schewtschenko und Olga Kostina vertreten. In der Sitzung sollen die Organisation der Arbeit zur Suche nach den Vermissten, die Vorbeugung von Gewaltaktionen und Verletzungen der Menschenrechte sowie die Hilfeleistung für Flüchtlinge erörtert werden.

    In der Nacht zum 8. August hatten georgische Truppen Kampfhandlungen in der abtrünnigen Republik Südossetien eingeleitet und deren Hauptstadt Zchinwali unter schweren Beschuss genommen. Die Stadt und viele andere Ortschaften wurden völlig zerstört. Dabei kamen nach südossetischen Informationen über 1500 Zivilisten ums Leben.

    Tiflis plante auch eine massive Aggression gegen Abchasien.

    Um Russlands Bürger in Südossetien zu schützen und russische Friedenssoldaten zu unterstützen, musste Russland zusätzliche Truppen in die Republik schicken. Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte näherten sich der abchasischen Küste, um der geplanten georgischen Aggression in Abchasien und neuen möglichen Opfern unter den Zivilisten, darunter russische Touristen, vorzubeugen.

    Erst nach der Verstärkung der russischen Friedenstruppe konnte Georgien zum Frieden gezwungen werden.

    Das Untersuchungskomitee der russischen Staatsanwaltschaft hat Dokumente über 162 getötete Zivilbürger Südossetiens und 48 gefallene russische Soldaten, darunter zehn Friedenssoldaten, vorgelegt.

    Nach Angaben des Generalstabs der russischen Streitkräfte sind in Südossetien während des Konfliktes 64 Soldaten gefallen, 323 wurden verletzt.

    Der russische Präsident Dmitri Medwedew unterzeichnete am 26. August Dekrete über die Anerkennung der Republiken Abchasien und Südossetien. Tiflis brach danach die diplomatischen Beziehungen mit Moskau ab und erklärte die beiden südkaukasischen Staaten für besetzte Gebiete.

    Westeuropäische Länder und die Nato kritisierten Russland scharf für seine Handlungen in Südossetien und warfen ihm eine unverhältnismäßige Gewaltanwendung vor.

    Am 8. September haben Russland und die EU Regelungsmaßnahmen für die Situation in Georgien vereinbart.

    Einige Monate darauf erkannten einige europäische Politiker an, dass Georgien ebenfalls für die Zuspitzung der Lage in der Region verantwortlich gewesen sei.

    Der Generalsekretär des Europarates, Terry Davis, erklärte zum Beispiel, Russland und Georgien seien für den Krieg im Südkaukasus und für dessen humanitäre Folgen in gleichem Maße verantwortlich gewesen.