10:42 21 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Serbien verliert Vertrauen in Nato

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Serbien hat das Vertrauen in die Nato verloren, nachdem die Allianz den Aufbau von Kosovo-Sicherheitskräften unterstützte, einer neuen paramilitärischen Einheit von Kosovo-Albanern nach der einseitigen Proklamierung der Unabhängigkeit der serbischen Provinz im Februar 2008.

    Diese Meinung äußerte der serbische Außenminister Vuk Jeremic in seinem am Sonntag veröffentlichten Interview für die Belgrader Zeitung „Blic“.

    „Die Rolle, die die Allianz beim Aufbau, der Ausbildung und der Schaffung von den sogenannten Kosovo-Sicherheitskräften gespielt hat, führte zum Verlust unseres Vertrauens in die Nato. Das ist eine himmelschreiende Verletzung der UN-Resolution 1244“, sagte Jeremic.

    Die Tätigkeit der Kosovo-Sicherheitskräfte begann offiziell am 21. Januar nach einer feierlichen Zeremonie in der kosovarischen Hauptstadt Pristina. Nach Abschluss der Aufstellung der Sicherheitskräfte werden 2 500 Mitarbeiter und 800 Reservisten dem Dienst angehören. Sie werden mit leichten Schusswaffen ausgerüstet und von Instrukteuren aus den Nato-Mitgliedsländern ausgebildet werden.

    Das Personal sollte aus Vertretern aller Nationalitäten der Provinz zusammengesetzt werden, bis jetzt aber meldeten sich zu dieser Einheit nur Kosovo-Albaner und keine Serben.

    Belgrad war kategorisch gegen den Aufbau dieser Formation, die praktisch eine neue Kosovo-Armee darstellt.

    In seinem Interview betonte Jeremic die tradionell vertrauensvollen Beziehungen zwischen Belgrad und Moskau, das Serbien „eine uneigennützige Unterstützung in allen internationalen Foren und vor allem im UNO-Sicherheitsrat erwiesen hatte“.

    „Heute sind unsere Beziehungen mit Russland viel enger als mit den USA. Es gibt zwischen uns und Russland keine einzige offene Frage, gleichzeitig haben wir keine Einigung mit den USA bezüglich des künftigen Status des Kosovo erzielt. Wir bemühen uns jedoch, mit den USA bei allen anderen Fragen zusammenzuarbeiten“, sagte der serbische Außenamtschef.

    Serbien strebe nach Annäherung an andere Länder und Organisationen, jedoch nicht auf Kosten der staatlichen Integrität.

    „Wir haben die verfassungsmäßige, politische und moralische Verpflichtung, die territoriale Integrität unseres Landes zu schützen. Und wir werden dies mit allen rechtlichen, politischen und diplomatischen Mitteln tun, ohne andere staatliche Interessen dabei außer acht zu lassen. Insbesondere handelt es sich dabei um den Aufbau von möglichst optimalen Beziehungen zu allen internationalen Machtzentren“, so der Minister.

    Zu den drei Prioritäten der serbischen Außenpolitik zählte Jeremic den Schutz der verfassungsmäßigen Ordnung, Beschleunigung von Prozessen der europäischen Integration und Verbesserung der Beziehungen mit den Nachbarstaaten in der Region.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren