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    Internationale Ermittlungsmission für Kaukasus-Konflikt stellt Fragen an Georgien

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    TIFLIS, 09. Februar (RIA). Die Leiterin der unabhängigen internationalen Mission zur Klärung der Umstände des georgisch-russischen Konfliktes, Heidi Tagliavini, hat an den georgischen Außenminister Grigol Waschadse Fragen nach den Ereignissen gerichtet, die dem Konflikt zwischen Georgien und Russland im August 2008 unmittelbar vorangegangen waren.

    "Wir haben von Frau Tagliavini den Brief mit Fragen nach den Ereignissen erhalten, die der russischen Aggression vom 7. August vorangegangen waren. Wir können heute diese Fragen noch nicht beantworten, weil dies eine umfangreiche Arbeit ist. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt alle Informationen in schriftlicher Form liefern", sagte Waschadse am Montag bei einem kurzen Pressegespräch.

    Die Chefin der Mission und deren andere Mitglieder treffen sich in Tiflis mit dem Parlamentsvorsitzenden David Bakradse, dem Abgeordneten und Leiter der parlamentarischen Untersuchungskommission, Paata Dawitaja, und dem Staatsminister für Reintegration, Temur Jakobaschwili.

    Die georgische Armee hatte in der Nacht zum 8. August Südossetien angegriffen und einen Teil seiner Hauptstadt, Zchinwali, zerstört. Zum Schutz der südossetischen Einwohner, von denen viele die russische Staatsbürgerschaft haben, schickte Russland seine Truppen in die Republik, die nach fünftägigen Kämpfen die georgischen Militärs aus der Region verdrängten.

    Nach Angaben der südossetischen Behörden sollen beim Angriff der georgischen Armee mehr als 1500 Menschen getötet worden sein. Das Untersuchungskomitee der russischen Staatsanwaltschaft konnte den Tod von 162 Einwohnern der Republik und von 48 russischen Militärangehörigen, davon zehn Blauhelmsoldaten, dokumentarisch belegen.

    Ende August wurde von Russland die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien anerkannt. Daraufhin brach Tiflis die diplomatischen Beziehungen zu Moskau ab und erklärte beide Kaukasus-Republiken zu besetzten Territorien.

    Die westlichen Länder, darunter zahlreiche Nato-Mitglieder, übten Kritik am russischen Vorgehen in Südossetien und warfen Russland eine unproportionale Gewaltanwendung vor.

    Mehrere Monate später mussten aber einige europäische Politiker faktisch zugeben, dass Georgien ebenfalls Verantwortung für die Verschärfung der Situation in der Region trägt. Wie der Generalsekretär des Europarates, Terry Davis, äußerte, sind Russland und Georgien für den Krieg im Südkaukasus und dessen humanitäre Folgen gleichermaßen verantwortlich.

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