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    Juschtschenko will Ukraine zu Tabu-Gebiet für fremde Truppen machen

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    KIEW, 09. Februar (RIA Novosti). Nach der bevorstehenden Verbannung der russischen Schwarzmeerflotte von der Krim soll die Ukraine laut Präsident Viktor Juschtschenko keine fremden Truppen mehr auf ihr Territorium lassen.

    Die Ukraine müsse frei von ausländischen Armeen sein, sagte Juschtschenko am Montag bei einem Besuch in Iwano-Frankowsk. "Wir müssen eine autarke nationale Armee haben und uns in internationale Sicherheitsprojekte einbinden. Deshalb dürfen wir keine fremden Truppen auf unserem Territorium akzeptieren", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Unian.

    Nach dem ukrainischen Grundgesetz dürfen in der Ukraine weder russische Truppen noch Armeen anderer Staaten stationiert werden, betonte Juschtschenko. Er erwarte einen vorbehaltlosen Abzug der russischen Kriegsschiffe aus Sewastopol im Jahre 2017. Russland müsse die jetzige Präsenz ihrer Flotte auf der Krim als Geste guten Willens aufnehmen und sich auf deren Abzug vorbereiten, forderte der ukrainische Staatschef.

    Die russische Halbinsel Krim war in der Regierungszeit von Nikita Chruschtschow 1954 symbolisch an die Ukraine übergeben worden. Die vor mehr als 220 Jahren als russischer Marinestützpunkt gegründete Stadt Sewastopol war zu Sowjetzeiten Heimathafen der sowjetischen Schwarzmeerflotte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde die Flotte zwischen Russland und der Ukraine aufgeteilt.

    Heute ist in Sewastopol sowohl die russische als auch die ukrainische Schwarzmeerflotte stationiert. Entsprechend einem bilateralen Vertrag darf die russische Marine noch bis 2017 in Sewastopol bleiben. Der Vertrag beinhaltet zwar die Möglichkeit einer automatischen Verlängerung, doch die jetzige prowestliche ukrainische Staatsführung unter Präsident Juschtschenko lehnt dies strikt ab.