12:05 15 November 2018
SNA Radio
    Politik

    Experte: USA bereiten Abmachung mit Taliban vor - Karsai soll aufgegeben werden

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 10
    MOSKAU, 18. Februar (RIA Novosti). Die US-Führung will angesichts einer drastischen Verschlechterung der Lage in Afghanistan und im Vorfeld der Präsidentenwahlen in diesem Land ein wichtiges politisches Abkommen mit den Taliban unterzeichnen.

    Diese Ansicht vertrat der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Generaloberst Leonid Iwaschow, am Mittwoch in Moskau. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass die Amerikaner den amtierenden afghanischen Präsidenten Hamid Karsai aufgeben würden.

    "Davon zeugen denn auch mehrere Tatsachen, darunter der jüngste Besuch einer ranghohen Delegation der Taliban in Saudi-Arabien und die am Dienstag von Präsident Barack Obama angekündigte Entsendung weiterer 17 000 US-Soldaten nach Afghanistan", sagte Iwaschow. Die Präsidentenwahl in Afghanistan ist zum August dieses Jahres angesetzt.

    "Ich denke, dass die Vereinigten Staaten jetzt nach Möglichkeiten suchen, Vereinbarungen mit den Taliban zu treffen. Washington könnte Karsai einer vereinigten Regierung opfern, zu der Vertreter der Taliban und einiger gegenwärtiger Machtinstitute gehören sollen. Davon zeugt der jüngste Besuch der Taliban in Riad, das als ein treuer Verbündeter der USA diesen beispiellosen Schritt ohne Abstimmung mit Washington kaum gewagt hätte", sagte der russische Militär.

    In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, dass die Aufstockung des Kontingens für die Stabilisierung der wackligen Lage in Afghanistan notwendig ist. Westlichen Medienberichten zufolge sollen im Laufe von sechs Monaten bis zu 8000 Marineinfanteristen und 9000 Angehörige des Heeres nach Afghanistan entsandt werden.

    "Die USA brauchen diese Zusatzkräfte, um die Sicherheit der eigenen Kontingente und der Kontingente anderer NATO-Länder zu erhöhen und den Taliban zugleich zu zeigen, dass Washington zu entschlossenem Handeln bereit wäre", sagte Iwaschow weiter. "Somit sollen die Taliban nachgiebiger gemacht werden."

    Karsai selber hatte bemängelt, dass Barack Obama auch vier Wochen nach seiner Amtseinführung ihn nicht angerufen hatte, während Ex-Präsident George Bush in ständigem Kontakt (mit Karsai) geblieben war. Erst am (heutigen) Mittwoch fand auf Obamas Initiative ein Telefongespräch mit Karsai statt.

    In seinem Interview für den Fernsehsender CNN machte Karzai am Sonntag darauf aufmerksam, dass die westliche Presse regelmäßig über Korruption innerhalb der höchsten Führung in Afghanistan und über deren Verbindungen mit der Drogenmafia berichtet. Das sei Bestandteil einer Kampagne zum "politischen Druck" von Seiten der neuen US-Administration, sagte Karsai.

    Iwaschow zufolge konzentrieren sich die USA jetzt auf Afghanistan, nachdem sie die Kontrolle über das irakische Öl hergestellt haben. "Afghanistan ist ein wichtiger geopolitischer, militärischer und strategischer Brückenkopf. Zudem lagern im Land immense, fast noch nicht erschlossene Naturressourcen ... Aber militärische Anstrengungen allein werden die Situation in Afghanistan kaum stabilisieren helfen", sagte Iwaschow in Anspielung auf die zehnjährige Präsenz der sowjetischen Truppen in den 1980er Jahren in diesem Land.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren