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    Lawrow und Clinton: erstes bilaterales Treffen in Genf

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    MOSKAU, 06. März (RIA Novosti). Der russische Außenminister Sergej Lawrow und seine amerikanische Amtskollegin Hillary Clinton treffen sich am Freitagabend in Genf. Dieses Treffen findet vor dem Hintergrund des von Washington bekundeten Wunsches statt, die Beziehungen mit Moskau neu zu gestalten, die während der achtjährigen Amtszeit von George Bush junior wesentlich beeinträchtigt worden sind.

    Vor einigen Tagen sahen sich Lawrow und Clinton im ägyptischen Scharm el-Scheich während einer Sitzung des Nahost-Quartetts (Russland, USA, EU und UNO). Aber das Treffen in Genf wird zu ihrer ersten direkten Begegnung, wo sie nicht nur einander besser kennen lernen, sondern auch Meinungen über den gesamten Komplex der bilateralen Beziehungen und über einen breiten Kreis von Fragen der internationalen Agenda austauschen.

    Clinton kommt von Brüssel aus nach Genf, wo sie an einem informellen Treffen der Außenminister der NATO-Mitgliedsländer teilnahm, und Lawrow aus Moskau.

    Der russische Außenminister wird am Samstag früh auf einer Abrüstungskonferenz sprechen und sich abends mit Clinton bei einem Essen im Hotel „Continental“ treffen.

    In Brüssel sagte die US-Außenministerin zu ihren NATO-Kollegen, dass es an der Zeit sei, die Beziehungen mit Russland neu zu gestalten. Sie rief dazu auf, nicht auf der Stelle zu treten, sondern vorwärts zu gehen und verwies auf die Notwendigkeit, Wege für eine konstruktive Arbeit mit Russland zu finden.

    Der russische Außenminister äußerte seinerseits kurz vor der Genf-Reise die Meinung darüber, dass bei dem Treffen mit Clinton die gesamte Agenda unserer Beziehungen und internationale Bereiche, wo wir zusammenwirken, beleuchtet werden können und das bevorstehende Treffen der Präsidenten Russlands und der USA Anfang April während des G20-Finanzgipfels in London vorbereitet wird.

    Nach Meinung von Beobachtern gehören zu den zentralen Themen, die Lawrow und Clinton besprechen werden, das US-Raketenabwehrsystem in Tschechien und Polen und das iranische Raketen- und Atomprogramm.

    In der amerikanischen Presse erschien sogar eine Meldung, dass Obama ein Geheimschereiben an Medwedew gerichtet habe, in dem er verspreche, auf die Pläne zur Stationierung von Radarstationen und Abfangraketen in der Nähe der russischen Grenzen zu verzichten, wenn Moskau Teheran überzeuge, das Raketen- und Atomprogramm nicht zu realisieren.

    Beide Präsidenten gaben zwar die Existenz des Schreibens zu, dementierten aber den Zusammenhang zwischen diesen zwei Themen.

    Als weitere Erörterungsthemen nennen Diplomaten in Moskau und Washington die Abrüstungsproblematik, insbesondere die Begrenzung der strategischen Offensivwaffen, die Situation im Nahen Osten, die Zusammenarbeit bei der Regelung in Afghanistan und die Situation auf der Koreanischen Halbinsel.

    Voraussichtlich werden auch die Möglichkeiten und Perspektiven der gemeinsamen Arbeit in verschiedenen bi- und multilateralen Projekten angeschnitten.

    Im Ganzen ist der Themenkreis derart umfassend, dass irgendwelche konkreten Entscheidungen nach dem Genfer Treffen nicht zu erwarten sind, was auch nicht die Aufgabe der Begegnung ist.

    Nicht von ungefähr sagte Lawrow, dass in Genf nicht Verhandlungen im Mittelpunkt stehen, sondern das vertrauensvolle Gespräch, das es ermöglichen wird, Akzente für die weitere Arbeit zu setzen.

    In Moskau und in Washington wird darauf gehofft, dass das Treffen konstruktiv verlaufen und es möglich machen wird, einen guten Vorlauf für die weitere Arbeit zu schaffen.