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    Lettland: Beitritt zur Euro-Zone frühestens nach dem Juli

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    RIGA, 06. März (RIA Novosti). Lettland wird der Euro-Zone bis Juli 2009 nicht beitreten.

    "Der Beitritt Lettlands zur Euro-Zone ist nicht real, auf jeden Fall bis zum Juli 2009 nicht", teilte der Anwärter für das Premiersamt Valdis Dombrovskis am Freitag Journalisten mit.

    2004 wurde Lettland in die Europäische Union aufgenommen und verpflichtete sich, 2008 auch der Euro-Zone beizutreten. Wegen der hohen Inflation der nationalen Währung wurde jedoch der Beitritt verschoben.

    Für die Einführung des Euro in Lettland darf die Inflation im Lande nicht über drei Prozent liegen, während sie 2008 mit elf Prozent die höchste unter den EU-Ländern war.

    Lettlands Präsident Valdis Zatlers erklärte im Dezember 2008, die Republik müsse sich der Euro-Zone 2012 bzw. 2013 anschließen.

    Die lettische Arbeitgeber-Konföderation erklärte am Donnerstag, dass die möglichst baldige Einführung des Euro im Lande notwendig sei, weil die nächsten drei Monate die schwierigsten für die lettische Wirtschaft sein sollen.

    Die dringende Einführung des Euro könnte die lettische Wirtschaft retten, hatte der Kandidat für den Posten des Wirtschaftsministers, Artis Kampars, der RIA Novosti zuvor mitgeteilt.

    Der lettische Präsident hat den Rücktritt von Premier Ivars Godmanis am 20. Februar angenommen und den Vertreter der rechtsliberalen Partei "Neue Zeit" Valdis Dombrovskis mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt.

    Der Rücktritt von Regierungschef Godmanis hing mit der starken Wirtschaftskrise in Lettland zusammen.

    Lettland ist von den EU-Ländern am stärksten durch die globale Finanzkrise betroffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes schrumpfte im vierten Quartal 2008 gegenüber dem vierten Quartal 2007 um 10,5 Prozent. Mehrere Betriebe konnten der Krise nicht standhalten und gingen pleite.

    Vor dem Hintergrund der komplizierten wirtschaftlichen Situation kam es im Januar in Riga zu Massenunruhen, deren Teilnehmer den Rücktritt der Regierung und die Auflösung des Parlaments forderten.

    Am Mittwoch veröffentlichte Dombrovskis die Zusammensetzung der neuen Regierung, in der fünf Parteien der insgesamt acht im Parlament vertreten sind: die "Neue Zeit", die "Volkspartei", die "Union der Grünen und Bauern", die Partei "Für Vaterland und Freiheit" und die "Zivilunion".

    In der Opposition bleiben die "Erste Partei - Lettischer Weg" (der auch der zurückgetretene Godmanis angehört), die russischsprachigen linken Parteien "Zentrum der Eintracht" (SC) und "Für Menschenrechte im geeinten Lettland" sowie die unabhängigen Abgeordneten Artis Pabriks und Aigars Stokenbergs.

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