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    China nach Verzicht des Dalai Lama auf Separatismus zu Verhandlungen bereit

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    Die chinesische Regierung will den Dialog mit Vertretern des tibetischen geistigen Führers Dalai Lama wieder aufnehmen, wenn er auf die Ideen des Separatismus verzichtet, sagte der Premier des Staatsrates der Volksrepublik China, Wen Jiabao

    PEKING, 13. März (RIA Novosti). Die chinesische Regierung will den Dialog mit Vertretern des tibetischen geistigen Führers Dalai Lama wieder aufnehmen, wenn er auf die Ideen des Separatismus verzichtet, sagte der Premier des Staatsrates der Volksrepublik China, Wen Jiabao.

    "Sobald er auf die separatistische Tätigkeit verzichtet, sind wir bereit, mit seinen Vertretern zu verhandeln", sagte Jiabao. Die Verhandlungstür sei immer offen dafür, fügte er an.

    "Im vergangenen Jahr haben wir unter komplizierten Bedingungen drei Runden von Treffen mit Vertretern des Dalai Lama durchgeführt", stellte der chinesische Premier fest. Dieser Prozess könne fortgesetzt werden, wenn eine wichtige Bedingung eingehalten wird - "die Aufrichtigkeit des Dalai Lama".

    Dem chinesischen Regierungschef zufolge ist die gegenwärtige Situation in Tibet "stabil und ruhig", die Regierung erfüllt ihre Verpflichtungen zur Wahrung der Menschenfreiheiten, darunter der religiösen.

    Wen Jiabao bestätigte, dass "Tibet ein integrierter Bestandteil Chinas" und die Tibet-Frage "ausschließlich eine innerpolitische Angelegenheit des Landes" sei.

    Peking wirft dem Dalai Lama das Streben vor, die Unabhängigkeit Tibets zu erklären, und macht ihn für die Organisierung der Massenunruhen im März 2008 in den chinesischen Landesteilen, in denen die tibetische Bevölkerung überwiegt, verantwortlich.

    Im März kam es in Tibet zu Massenunruhen. Sie begannen in Lhasa, nachdem die Behörden eine Protestdemonstration zum 49. Jahrestag des Aufstandes auflösten, der zur Vertreibung des Dalai Lama führte.

    Laut den Angaben der chinesischen Behörden kamen bei den Unruhen 19 Menschen ums Leben und 623 wurden verletzt.

    Den Anhängern des Dalai Lama zufolge gab es mindestens 100 Tote.

    Laut der offiziellen Geschichtsschreibung in China wurde Tibet in das chinesische Kaiserreich im 13. Jahrhundert aufgenommen. Kurz nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 unterzeichneten die Regierungen von China und Tibet ein "Abkommen über die friedliche Befreiung von Tibet", wonach das "Dach der Welt" in den Bestand des neuen, kommunistischen China aufgenommen wurde.

    1959 kam es zu einem Aufstand in Tibet, der von der chinesischen Regierung unterdrückt wurde.

    Der Dalai Lama Tenzin Gyatso flüchtete 1959 nach dem Anschluss Tibets an China aus dem Land. Zusammen mit seinen Anhängern lebt der Träger des Friedensnobelpreises in der indischen Stadt Dharamsala, von der aus die tibetische Exilregierung tätig ist.

    Der Dalai Lama unternimmt viele Reisen in andere Länder und konsolidiert die internationale Unterstützung im Kampf für die Beibehaltung des kulturellen Erbes Tibets.

    Die chinesischen Behörden beschuldigen ihn, eine Abspaltung Tibets von China anzustreben.

    Den Worten von Wen Jiabao nach ist der Dalai Lama nicht einfach ein geistiger Führer, er befinde sich im Exil und die von ihm geleitete Exilregierung in Indien sei theokratisch und illegitim.

    Die tibetische Exilregierung ist international nicht als rechtmäßige Regierung anerkannt, bekommt aber finanzielle Unterstützung von den Regierungen anderer Länder und internationaler Organisationen.

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