16:06 22 Februar 2018
SNA Radio
    Politik

    Wirtschaftskrise zwingt Russland und USA zur Mäßigung - "Gazeta.Ru"

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 10
    MOSKAU, 13. März (RIA Novosti). Das "Reset" in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington erfolgt im Zuge des Wandels des "Operationsmediums", also während der weltweiten Rezession, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru" am Freitag.

    Die Probleme Russlands und der USA lassen sich schwer vergleichen, doch gibt es etwas Gemeinsames: Der Absturz der Wirtschaft zwingt beide Seiten zur Mäßigung ihrer Ambitionen und einer deutlicheren Herunterstufung der Prioritäten.

    Russland gehört nicht zu den Prioritäten der US-Administration. Doch ist Beistand (oder zumindest kein Widerstand) seitens Moskaus wichtig für die Lösung einiger vorrangiger Streitfragen: Iran, Afghanistan und Abrüstung. Um Russlands positiv zu stimmen, muss die Atmosphäre verbessert werden.

    Ein Fortschritt ist möglich, denn die beiden größten Reizfaktoren - Nato-Erweiterung auf die Ukraine und Georgien sowie das Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien - haben für Barack Obama nicht so viel Gewicht wie für George W. Bush. Für Bush standen beide Projekte (besonders gegen Ende seiner Präsidentschaft) ganz oben auf der Agenda.

    Gegenwärtig hat die US-Regierung die Gelegenheit, beide Projekte beiseite zu legen und sich darum zu bemühen, die Geste des guten Willens Moskau möglichst teuer zu verkaufen.

    Zudem verliert Moskau mit Ende des Öl- und Gasdopings weltweit mehr Machteinfluss. Die Prioritäten gelten nun Europa und Eurasien und die Verbesserung des politischen Klimas soll Investitionen anlocken, die wohl bald gebraucht werden.

    Bei den Verhandlungen über Atomwaffen ist eine Vereinbarung durchaus möglich. Die USA und Russland blicken auf große Erfahrungen beim Dialog zurück und verstehen sich auf seine Führung. Für Moskau ist das Thema insofern sehr wichtig, weil die Atomfragen den einzigen Bereich bilden, in dem Russland und die USA nach wie vor gleichberechtigt sind.

    Das ist psychologisch wichtig, besonders nachdem Bush alle Gespräche zu diesen strittigen Fragen einfach ablehnte.

    Allerdings besteht die Gefahr, das Thema um die Atomwaffen viel zu sehr durch Erwartungen zu belasten. Der Versuch, alles und sofort zu erreichen (der START-1-Vertrag läuft im Dezember ab), könnte einen gegenteiligen Effekt auslösen.

    An Meinungsverschiedenheiten fehlt es nämlich keineswegs. Möglicherweise wäre es vernünftig, nicht nach der Abstimmung eines neuen langfristigen Gleichgewichts zu streben, sondern in kleinen Schritten vorwärts zu kommen, zumal eine Serie von kleineren Erfolgen in der Atmosphäre effektiver sein könnte als eine einzige große Leistung.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren