15:36 17 Februar 2019
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    Lettland erklärt möglicherweise bereits im Sommer Staatsbankrott

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    Lettland kann bereits in diesem Juli den Staatsbankrott anmelden. Das sagte Miroslaw Mitrofanow vom Finanzausschuss des lettischen Parlaments am Dienstag in Riga.

    RIGA, 07. April (RIA Novosti). Lettland kann bereits in diesem Juli den Staatsbankrott anmelden. Das sagte Miroslaw Mitrofanow vom Finanzausschuss des lettischen Parlaments am Dienstag in Riga.

    „Das Geld in unserer Staatskasse reicht bis Juli. Wenn der IWF und die EU-Kommission bis dahin keine neue Finanzhilfe bereitstellen, geht unser Land bankrott“, sagte Mitrowanow. Wenn das passieren würde, könnte Lettland bereits im Herbst von Volksunruhen erschüttert werden. „Sobald die Menschen die ersten Rechnungen für die Heizungskosten bekommen, bricht ein Chaos aus.“

    „Ich schließe nicht aus, dass das Volk die Regierung mit Gewalt dazu zwingen wird, Russland und andere Staaten im Osten um Hilfe zu ersuchen“, sagte der Abgeordnete.

    Zuvor hatte die lettische Zeitung „Telegraph“ berichtet, dass der Internationale Währungsfonds (IWF), der dem baltischen Staat einen Stabilisierungskredit in Höhe von 1,7 Milliarden Euro zugesagt hat, diese Entscheidung annullieren könne. Dem Blatt zufolge ist der IWF äußerst unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik der lettischen Regierung. Der lettische Finanzminister Einars Ripse sagte am Dienstag, dass das Geld für die Renten und Unterstützungsgelder in ein paar Monaten zu Ende sei.

    Lettland ist von allen EU-Staaten am schwersten von der Weltfinanzkrise betroffen. Im vierten Quartal vergangenen Jahres war das Bruttoinlandsprodukt des baltischen Staates um 10,5 Prozent gefallen. Zahlreiche Unternehmen meldeten Bankrott an. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes wird in diesem Jahr laut Prognose des Finanzministeriums um mindestens 13 Prozent zurückgehen.

    Vor diesem Hintergrund gingen tausende Letten im Januar auf die Straße, um die Entlassung der Regierung und die Auflösung des Parlaments (Sejm) zu fordern. In der Hauptstadt Riga endeten die Demonstrationen mit Straßenschlachten.

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