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    Unruhen in Moldawien befeuern Transnistrien-Frage - Russlands Presse

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    MOSKAU, 09. April (RIA Novosti). Moldawiens Präsident Vladimir Voronin hat gestern offen vom „Faktor Rumänien" bei den Massenunruhen in Chisinau gesprochen. Darüber berichten russische Zeitungen am Donnerstag.

    Dieser Faktor habe, sagte Voronin, die abtrünnige Republik Transnistrien dazu bewogen, Garantien für die Erhaltung der eigenen Staatlichkeit zu fordern.

    Nach Meinung einiger russischer Politiker könnten der Sturm auf das moldawische Parlament und die damit zusammenhängenden Umstände in den Verhandlungen zwischen Chisinau und Tiraspol einen Punkt setzen und die Frage der Anerkennung von Transnistriens Unabhängigkeit aktualisieren.

    Transnistriens Sicherheitsminister Wladimir Antjufejew kündigte verstärkte Grenzkontrollen nach Moldawien an, was die Ausdehnung der Unruhen verhindern soll.

    Transnistriens Außenminister Wladimir Jastrebtschak kommentierte die Situation wie folgt: "Die Gefahr des Anschlusses Moldawiens an Rumänien zerteilte seinerzeit beide Dnjestr-Ufer und leitete den Transnistrien-Konflikt ein.

    In den vergangenen 20 Jahren hat sich der 'Faktor Rumänien' keineswegs ins Nichts aufgelöst, was die Ereignisse in Chisinau bestätigen. In dieser Situation müssen wir für die Sicherheit und die Interessen der Bürger in der Region Verantwortung tragen."

    Der russische Abgeordnete und Direktor des Instituts für GUS-Länder, Konstantin Satulin, hat gestern nicht ausgeschlossen, dass die Ereignisse in Moldawien die Prozedur zur Anerkennung der Unabhängigkeit Transnistriens in Gang bringen könnten.

    Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses in der Staatsduma, ist im Gegenteil davon überzeugt, dass es zur Zeit nicht produktiv sei, die Transnistrien-Frage zu erörtern:

    "Für uns ist es wichtiger, unsere Unterstützung für die moldawische Regierung zum Ausdruck zu bringen. Vor allem deshalb, weil das der - nach Kirgisien, der Mongolei, der Ukraine und Georgien - bereits fünfte Versuch einer 'bunten Revolution' ist."

    Der Politologe Sergej Karaganow vertritt seinerseits die Auffassung, dass es für Russland vorläufig "nicht nötig ist, unsere Politik in der Region zu ändern, schon deshalb nicht, weil sich die moldawische Führung, die jetzt weiß, dass die Europäische Union und erst recht Rumänien ihnen nicht helfen werden, mehr auf Russland orientieren wird.

    Wir müssen uns um eine Vermittlerrolle bemühen, aber wenn das nicht gelingt, wird Transnistrien zu einem weiteren nicht anerkannten, doch de facto unabhängigen Land werden."

    Quellen: "Nesawissimaja Gaseta", "Gaseta", "Rossijskaja Gaseta" vom 09.04.09.

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