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    Nordkorea droht im Überlebenskampf mit Krieg - Russlands Presse

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    Nordkorea fühlt sich nach eigener Auskunft nicht mehr an das Waffenstillstandsabkommen von 1953 gebunden, schreiben russische Zeitungen am Donnerstag.

    MOSKAU, 28. Mai (RIA Novosti). Nordkorea fühlt sich nach eigener Auskunft nicht mehr an das Waffenstillstandsabkommen von 1953 gebunden, schreiben russische Zeitungen am Donnerstag.

    Die Weltgemeinschaft nimmt diese Erklärung fast als Kriegserklärung auf, doch Experten raten vor Panikmache ab.

    "Bisher ist niemand aus dem Waffenstillstandsabkommen ausgetreten", präzisierte Konstantin Asmolow vom Zentrum für Korea-Studien am Fernost-Institut der russischen Akademie der Wissenschaften. "Nordkorea hat erklärt, dass es das Recht auf einen Austritt habe."

    In Pjöngjang sei bislang die Erklärung der Militärmission in der entmilitarisierten Zone nicht bestätigt worden, betonte der Experte.

    Alexander Chramtschichin vom Moskauer Institut für politische und militärische Analyse "ist nicht bereit, auf einmal an eine plötzliche geistige Umnachtung aller nordkoreanischen Generäle zu glauben". "Zwischen Nord- und Südkorea besteht ein Patt. Keine der Seiten ist imstande, die andere zu besetzen, und in Pjöngjang versteht man das nicht schlechter als in Seoul", sagte er.

    "Der Norden hat versucht, die öffentliche Meinung in der Welt zu sondieren: Inwiefern entspreche Obamas Aufforderung, 'die Faust zu öffnen und die Hand zu reichen', der Wirklichkeit", meinte Asmolow.

    "Nordkorea hat das durch den Start seines Satelliten 'getestet': Wenn Amerika zu einem konstruktiven Dialog bereit ist, wird es den Start akzeptieren, ohne daran zu deuteln und ohne Versuche, die Situation als den Start einer ballistischen Rakete aufzubauschen. Aber ebendas ist geschehen, und im Norden wurde beschlossen: Niemand wolle mit ihnen konstruktiv umgehen, dann also antworten wir nach dem Grundsatz „Härte gegen Härte“."

    "Nordkorea ist ein einziger Ausweg geblieben: die Einsätze zu erhöhen, bis jemand die Nerven verliert", sagt Asmolow. „Entweder die Sache soweit zu treiben, dass ein Krieg unvermeidlich wird (was niemand wünscht), oder zu erreichen, dass man mit Nordkorea wie mit einem schwierigen, gewissermaßen boshaften, aber doch gleichberechtigten Partner spricht und nicht wie mit einem Schurkenland."

    Wladimir Dworkin vom Zentrum für internationale Sicherheit am Institut für Weltwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, erläutert: "Einen starken Einfluss übt auf das Verhalten Nordkoreas das Beispiel Iran aus. Dieses ignoriert voll und ganz die UN-Resolutionen (mittlerweile fünf) und droht Israel weiter. Jetzt bedroht Nordkorea nach dem gleichen Modell Südkorea. Pjöngjang braucht bitter Geld und Lieferungen von Dieselkraftstoff, Masut und Reis. Im Unterschied zu Iran ist Nordkoreas militärische Erpressung eine Form des Überlebens."

    Quellen: "Moskowski Komsomolez", "RBC Daily", "Wremja Nowostej" vom 28.05.09.