03:01 21 September 2018
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    Lukaschenko setzt Bündnis mit Russland aufs Spiel - Russlands Presse

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Novosti). Ende der vergangenen Woche hat Weißrusslands Präsident faktisch den Bruch der Partnerschaft mit Russland verkündet, schreiben russische Zeitungen am Montag.

    Alexander Lukaschenko hat seiner Regierung verboten, Moskau um Hilfe zu bitten, und ihr befohlen, "ihr Glück in einem anderen Teil unserer Erde zu suchen". Laut Experten hält sich der weißrussische Staatsführer an seine beliebte Taktik, Moskau zu erpressen.

    Lukaschenkos zornige Reaktion folgte auf die Worte von Russlands Finanzminister Alexej Kudrin, der Minsk vor der Insolvenz sieht. Nach Ansicht Lukaschenkos habe sich der russische Minister "völlig mit unserem Abschaum konsolidiert, der für westliche Gelder herumkläfft".

    Doch sein wichtigster Schluss war, dass Kudrins Äußerung keineswegs dessen persönliche Initiative gewesen, vielmehr mit Russlands Premier Wladimir Putin abgestimmt worden sei. Früher kritisierte Lukaschenko die russischen Behörden bereits mehrmals, doch niemals Premier Putin.

    Alexander Fadejew vom Institut der GUS-Staaten (Moskau) findet, dass Moskau auf Minsks Doppelspiel geantwortet habe: Lukaschenko verspreche, auch weiter den Unionsstaat aufzubauen, in Wirklichkeit sei jedoch Weißrussland der "Ost-Partnerschaft" beigetreten, habe die Unabhängigkeit Südossetiens bis heute nicht anerkannt und weigere sich, den Anti-Krisen-Fonds von EAWG mit zu finanzieren.

    Traurig genug für Lukaschenko, aber in der Welt gebe es keinen Ort mehr, wo man ihn nicht kenne und auf ihn warte, bemerkte der Politologe Wassili Scharkow. "Lukaschenkos einzige Hoffnung sind politisch motivierte Kredite aus dem Westen, die durch den Verzicht von Minsk auf die Union mit Russland bedingt wären", sagte der Experte.

    Wie weißrussische Beamte mitteilten, würden sie mit dem IWF und der Weltbank verhandeln. Doch laut Jaroslaw Romantschuk, Leiter des Forschungszentrums Mises (Minsk), könnten sie Weißrussland Kredite nur unter der Bedingung gewähren, dass dieses eine Wirtschaftsreform durchführe und den weißrussischen Rubel abwerte, wobei der versprochene Kredit bei weitem nicht jene sieben Milliarden Dollar ausmachen werde, die Weißrussland brauche.

    "Lukaschenko könnte sich an andere Teile unserer Erde wenden", so Romantschuk. "Möglicherweise werden die Führer der zentralafrikanischen Länder ihn verbal unterschützen und Russlands Verhalten verurteilen. Aber selbst sie werden Lukaschenko kein Geld geben."

    Quellen: "Kommersant", "RBC Daily", "Wedomosti" vom 01.06.09.

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