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    Mazedonien erwägt laut Medien Rücknahme der Kosovo-Anerkennung

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    SARAJEVO, 01. Juni (RIA Novosti). Mazedonien erwägt laut unbestätigten Medienberichten eine Rücknahme seiner Entscheidung über die Anerkennung des Kosovo als unabhängiger Staat.

    Diese Meldungen erschienen in der balkanischen Presse, darunter auch in der mazedonischen regierungsnahen Zeitung „Vecer“, nachdem Kosovo-Präsident Fatmir Sejdiu seinen für den 28. Mai geplanten Besuch in Mazedonien und das Treffen mit dem mazedonischen Staatschef Gjorge Ivanov abgesagt hatte. Sejdius Amt begründete die Absage damit, dass die mazedonische Seite das Format der Reise geändert habe: Der Arbeitsbesuch wurde in eine Privatreise umbenannt.

    Die serbische Provinz Kosovo, die seit dem Nato-Angriff auf das damalige Jugoslawien im Jahr 1999 unter UN-Verwaltung stand, hatte im Februar 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten ihre Unabhängigkeit ausgerufen. Mazedonien erkannte am 9. Oktober die Unabhängigkeit des Kosovo an. Laut Experten erfolgte die Anerkennung auf den starken Druck westlicher Staaten und der albanischen Gemeinde in Mazedonien hin, die dort rund 30 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

    Bislang hielt sich die Regierung in Skopje auf Distanz zu den kosovarischen Politikern. Kosovo-Präsident Sejdiu wurde zur Amtseinführung des mazedonischen Staatschefs Ivanov am 12. Mai nicht eingeladen. Experten werteten dies ebenso wie die jüngste Absage des Besuchs des kosovarischen Präsidenten als Anzeichen für eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Skopje und Pristina.