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    Oberhauschef Mironow kritisiert russische Staatspolitik beim Kinderschutz

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Novosti). Laut dem Vorsitzenden des Föderationsrates (russisches Parlamentsoberhaus) Sergej Mironow hat Russland im Bereich Kinderschutz nicht viel geleistet.

    Wie er am Montag zu Journalisten sagte, gibt es landesweit rund 2,5 Millionen obdachlose Kinder. Zwei Millionen Kinder würden ständig von ihren Eltern misshandelt. 50 000 seien aus ihrem Elternhaus weglaufen, wobei 25 000 spurlos verschwunden seien.

    „Mit diesem ‚Sammelgut’ nähert sich Russland dem zehnjährigen Unterzeichnungstag der UN-Konvention über Kinderrechte“, sagte Mironow.

    Die Konvention zum Schutz der Kinderrechte war am 20. November 1989 durch eine Resolution der UN-Vollversammlung angenommen worden und am 2. September 1990 in Kraft getreten.

    In dem Dokument sind die Rechte der Kinder, darunter die persönlichen und die sozial-ökonomischen, am vollständigsten erfasst.

    Laut dem Oberhauschef gibt es in Russland rund 500 000 behinderte Kinder, deren Eltern kein Geld für ihre ärztliche Behandlung haben.

    Mironow verwies auf die mangelnde Zahl an Kindergärten, die für 70 Prozent der Familien unzugänglich seien. Ebenso viele Familien könnten ihre Kinder nicht einmal beruflich ausbilden lassen.

    „Diese schreckliche Statistik gibt Anlass, darüber nachzudenken, ob der Staat und die Gesellschaft in den acht zurückliegenden Jahren des Erdölreichtums viel geleistet und ob die zahlreichen Reformen, Programme und Gesetze Ergebnisse gezeitigt haben, wobei Kinder ein so erbärmliches und unangenehmes Leben führen müssen“, sagte der Oberhauschef.