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    Die meisten EU-Experten geben Saakaschwili Schuld an Fünf-Tage-Krieg im Kaukasus

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    Die meisten Experten der internationalen Kommission der Europäischen Union (EU) sind der Ansicht, dass der Kaukasus-Krieg im August 2008 vom Präsidenten Georgiens, Michail Saakaschwili, entfesselt wurde.

    BERLIN, 17. Juni (RIA Novosti). Die meisten Experten der internationalen Kommission der Europäischen Union (EU) sind der Ansicht, dass der Kaukasus-Krieg im August 2008 vom Präsidenten Georgiens, Michail Saakaschwili, entfesselt wurde.

    Das geht aus vertraulichen Dokumenten der Kommission hervor, die dem deutschen Nachrichten-Magazin Der Spiegel vorliegen. Die von der schweizerischen Kaukasus-Expertin Heidi Tagliavini geleitete Kommission klärt die Umstände des Fünf-Tage-Krieges in Südossetien.

    Die Dokumente führten vor Augen, dass die Kommissionsmitglieder ebenso wie die internationale Gemeinschaft es nicht leicht haben, die konkreten Schuldigen zu nennen. Aber die meisten neigten doch dazu, dass der Krieg von Präsident Saakaschwili begonnen worden sei, als er am 7. August Südossetien überfallen habe, schreibt Der Spiegel in seiner jüngsten Ausgabe.

    Die Tagliavini vorliegenden Fakten widerlegten Saakaschwilis Behauptung, dass sein Land "unschuldiges Opfer einer russischen Aggression" geworden sei. Es gebe auch keine Beweise für Saakaschwilis Version, nach der am 7. August eine Kolonne von 150 russischen Panzern nach Südossetien umdisloziert worden sei. Nach Expertenangaben war die russische Armee erst am 8. August in Südossetien registriert worden. Indes habe Saakaschwili am 7. August 12 000 Soldaten und 75 Panzer an der Grenze zu Südossetien zusammengezogen.

    Ende Juni solle Tagliavini ihren Bericht dem EU-Ministerrat zur Diskussion vorlegen, so Der Spiegel.

    In der Nacht zum 8. August 2008 hatte die georgische Armee die südossetische Hauptstadt Zchinwali überfallen und größtenteils zerstört. Zum Schutz der eigenen Friedenssoldaten und der Zivilbevölkerung Südossetiens griff Russland militärisch ein. Nach fünftägigen Kämpfen wurde das georgische Militär aus der Region verdrängt. Ende August 2008 erkannte Russland Südossetien sowie die Schwarzmeer-Republik Abchasien als von Georgien unabhängig an. Daraufhin brach Tiflis die diplomatischen Beziehungen zu Moskau ab und erklärte die beiden abtrünnigen Regionen zu seinen "okkupierten Territorien".

    Die internationale Kommission der EU zur Klärung der Umstände des Krieges nahm ihre Tätigkeit offiziell im Dezember 2008 auf.